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"Fehltritt" zum Tae Kwon Do - Rolf Becking

Sportlerporträt

Seine Freude am koreanischen Kampfsport entdeckte er als Jugendlicher "versehentlich". Nun wurde Rolf Becking, Cheftrainer bei Guwon Ui Son, von der International Tae Kwon Do-Federation mit dem neunten Dan ausgezeichnet. Porträt eines Kämpfers.

CASTROP-RAUXEL

von Von Christian Püls

, 24.05.2011
"Fehltritt" zum Tae Kwon Do - Rolf Becking

<p>Rolf Becking ist zweifacher Deutscher Meister (1980/1982) in der Tae-Kwon-Do-Kampfsimulation Tul. <p></p> Privat</p>

1970 - damals war Becking gerade 15 Jahre alt - trat er dem Kampfsportverein Budokan in Dortmund bei. Zunächst im Glauben, eine Karate-Lehrstunde zu besuchen, trainierte der heute 55-Jährige mit - übte aber Tae Kwon Do. Erst fünf Jahre zuvor hatte Choi Hong-Hi, der als "Vater" des Tae-Kwon-Do gilt, den koreanischen Kampfstil in Deutschland vorgestellt. Die japanische Kunst des Karate (japanisch: "Leere Hand") hatte bereits 1957 in Deutschland Einzug gehalten. Tae-Kwon-Do - frei übersetzt: Weg, Kunst und Lehre ("Do") der Fuß ("Tae")- und Fausttechniken ("Kwon") - war weitgehend unbekannt.

Doch diesen "Fehltritt" sollte Becking keineswegs bereuen. In der Tul, der imaginierten, choreographierten Tae-Kwon-Do-Kampfsimulation, brachte er es 1980 und 1982 zum Deutschen Meistertitel.Doch zuvor war Becking einen weiten Weg gegangen. 1974 erwarb er den ersten Dan (schwarzer Gurt). Innerhalb von vier Jahren hatte er alle Schülergrade absolviert. "Das ging relativ fix", erinnert sich Becking, "doch die Prüfung zum ersten Dan war die schwerste, die ich je gemacht habe". Bereits zwei Jahre später stellte er sich erfolgreich dem Test zur nächsten Leistungsstufe.

Inzwischen trägt er den neunten Dan, eine Auszeichnung, die für herausragende Leistungen um den koreanischen Kampfsport verliehen wird. Der Empfang des siebten Dans war für Becking ein besonderes Erlebnis. Choi Hong-Hi (2002 verstorben), dem er zeitweise als Übersetzer diente, verlieh ihm 1996 bei einem Turnier in Toronto (Kanada) den Meistergrad. Bei dieser Gelegenheit, erinnert sich der Guwon Ui Son-Cheftrainer, wurde er vom "Erfinder" des Tae-Kwon-Do aufgefordert, die Form zum zweiten Dan zu demonstrieren. Eine besondere Ehre für einen Könner des koreanischen Kampfsports: "Bei einer solchen Vorführung geht es darum, zu zeigen, wie gut man verstanden hat, wie die Techniken ausgeführt werden."

Dieses Wissen versucht Becking an den Nachwuchs weiterzugeben: "Das ist immer ein Erlebnis, dieser Sport bringt einen Schub für die persönliche Entwicklung." Der Meister selbst blickt indes nüchtern auf den eigenen, sportlichen Werdegang: "Die Leistungsfähigkeit nimmt im Alter ab, mit 25-jährigen Kampfsportlern kann ich nicht mehr konkurrieren." Dennoch trainiert Becking immer noch fleißig - gegen den körperlichen Verfall eines Kämpfers.

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