Jugendlicher gab sich als falscher Polizist aus - Verurteilung

Prozessurteil

Das Bonner Landgericht hat einen Jugendlichen zu einer Haftstrafe verurteilt. Der 16-Jährige hatte sich als falscher Polizist ausgegeben - doch das war noch längst nicht alles.

Bonn

07.07.2020, 20:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nach einem dreisten Auftritt als falscher Polizeibeamter hat das Bonner Landgericht einen 16-Jährigen zu anderthalb Jahren Jugendstrafe ohne Bewährung verurteilt. (Symbolbild)

Nach einem dreisten Auftritt als falscher Polizeibeamter hat das Bonner Landgericht einen 16-Jährigen zu anderthalb Jahren Jugendstrafe ohne Bewährung verurteilt. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Nach einem dreisten Auftritt als falscher Polizeibeamter hat das Bonner Landgericht einen 16-Jährigen zu anderthalb Jahren Jugendstrafe ohne Bewährung verurteilt. Die Liste der Vorwürfe gegen ihn war lang und umfasste Amtsanmaßung, gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, Diebstahl und Fahren ohne Fahrerlaubnis. Das Urteil fiel am Dienstag.

Angeklagter flüchtete in gestohlenem Auto

Der Schüler hatte im Februar einen Autofahrer im Bonner Stadtteil Holzlar kurz vor Mitternacht angehalten. Dabei gab er sich als Polizeibeamter aus und verlangte Führer- sowie Fahrzeugschein. Zudem forderte er den Mann auf, auszusteigen und in eine nahe Pizzeria zu gehen. Der 38-Jährige folgte den Anweisungen - als er sah, wie der junge Mann mit seinem Wagen davonfuhr, dämmerte ihm, dass er betrogen worden sein könnte.

Polizisten - in diesem Fall echte - entdeckten den Autodieb schließlich und verfolgten ihn. Eine Kollision mit einem anderen Auto in Sankt Augustin beendete die Flucht. Der Angeklagte hatte damals eine Promille im Blut. Zudem soll er unter Einfluss von Drogen gestanden haben.

Verhandlung von mehreren Straftaten

Insgesamt wurden im Prozess zwölf Anklagen - darunter auch Raub und versuchte Erpressung - verhandelt. Davon wurden fünf nach einem umfassenden Geständnis ad acta gelegt. Laut Urteil hatte der Angeklagte sämtliche Taten „nicht aus rationalen Gründen verübt.“ Sondern „einfach nur, weil er Spaß haben wollte“.

dpa

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