Fahrradwege in Nordkirchen: Radwegekonzept des Kreises könnte fehlende Strecken realisieren

dzMobilität

Das Radwegenetz zwischen Nordkirchen und den Nachbarorten ist verbesserungswürdig. Gerade an Landes- und Kreisstraßen fehlen Radwege, sagt die Gemeinde. Der Kreis hat das Thema aufgegriffen.

Nordkirchen

, 08.01.2020, 14:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als 47 Millionen Euro hat das Land Nordrhein-Westfalen nach eigenen Angaben in den Ausbau des Radwegenetzes investiert. 70 Kilometer neue Radwege seien im vergangenen Jahr entstanden.

In Nordkirchen ist die Zahl der neu entstandenen Radwege hingegen überschaubar. Dabei sieht die Gemeinde einige Strecken, die dringend eine bessere Infrastruktur für Fahrradfahrer benötigen, wie Bauamtsleiter Josef Klaas auf Anfrage mitteilt. Dabei hat der Kreis Coesfeld erst 2019 eine groß angelegte Internet-Umfrage ins Leben gerufen. Dort konnten alle Einwohner, aber auch alle Kommunen, Vorschläge für neue Radwege oder Verbesserungen der aktuellen Situation einreichen.

Josef Klaas: Wichtig sind vor allem Kreis- und Landesstraßen

Diese Initiative haben nicht nur viele Nordkirchener, sondern auch die Gemeinde selbst genutzt. „Wir sind sehr erfreut über den Ansatz des Kreises“, sagt auch Josef Klaas. Der Bauamtsleiter sieht vor allem bei der Anbindung der Schlossgemeinde an die umliegenden Kommunen große Lücken.

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„Uns ist vor allem wichtig, dass an den Kreis- und Landesstraßen Radwege entstehen“, macht Klaas deutlich. Wer beispielsweise von Nordkirchen aus mit dem Fahrrad nach Selm fahren möchte, schlägt sich entweder durch die Bauerschaften bis zur Südkirchener Straße durch, oder er fährt entlang der Neuen Nordkirchener Straße. Hier müssen sich Radfahrer allerdings den Fahrstreifen mit den Autofahrern teilen: nicht jedermanns Sache, wenn links Autos und Lkw mit teilweise 100 Kilometern pro Stunde an einem vorbeifahren.

Einzelne Kommunen waren nur alle paar Jahre an der Reihe

Bislang habe der Kreis Coesfeld hauptsächlich dann neu gebaut, wenn ein Teil der Kosten durch eine entsprechende Förderung abgedeckt war. „Das ist auch absolut richtig“, sagt Josef Klaas. Das habe allerdings auch zur Folge gehabt, dass Nordkirchen, wie andere Kommunen, nur alle paar Jahre an der Reihe gewesen sei, wenn ein Radwege-Neubau anstand.

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Genau auf den ortsverbindenden Strecken soll auch der Fokus der Radverkehrsplanung des Kreises liegen, sagte Mathias Raabe, Radverkehrs- und Mobilitätsbeauftragter des Kreises Coesfeld, bereits im April 2019 gegenüber dieser Redaktion. Zu diesem Zeitpunkt lief die Umfrage noch.

Ergebnisse werden nach und nach in den Kommunen vorgestellt

Die Ergebnisse der Umfrage würden derzeit nach und nach den Kommunen vorgestellt, sagt Christoph Hüsing, Pressesprecher des Kreises. Laut Mathias Raabe sei die Planung komplex, weil sie nicht nur auf Kreis- und kommunaler Ebene läuft, sondern auch Kreisgrenzen überschreitet.

Das Land will in diesem Jahr erneut 47 Millionen in das Radwegenetz investieren, davon 12,4 Millionen für Radwege an Landesstraßen.

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