Essen: Großrazzia im Rotlichtviertel - Bordell wird geschlossen

Polizei

Zugemüllte Garagen, Hundekot und Ratten im Hinterhof: Die Polizei Essen hat mit weiteren Behörden der Stadt am Freitagabend mehrere Bordelle kontrolliert. Eins wurde sofort geschlossen.

Essen

01.02.2020, 10:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Essen: Großrazzia im Rotlichtviertel - Bordell wird geschlossen

Am Freitagabend (31.01) hat die Polizei Essen gemeinsam mit anderen Behörden 17 Bordellbetriebe im Rotlichtviertel der Innenstadt kontrolliert. Ein Bordell wurde sofort geschlossen. © Bernd Thissen/dpa

Bei einer groß angelegten Razzia im Essener Rotlichtviertel sind am späten Freitagabend alle 17 Bordellbetriebe und rund 100 Prostituierte kontrolliert worden.

„Unhaltbare hygienische Zustände“

Wegen „unhaltbarer hygienischer Zustände“ ordnete die Stadt die sofortige Schließung eines Bordells an. „Wir gehen davon aus, dass ein Gesundheitsrisiko für die beschäftigten Frauen vorliegt“, sagte Stadtsprecherin Silke Lenz. Die Frauen mussten das Bordell noch in der Nacht räumen.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes hatten zuvor im Hinterhof sechs völlig zugemüllte Garagen, zahlreiche Hundekot-Haufen und Ratten entdeckt. An der Kontrollaktion waren mehrere städtische Behörden, die Steuerfahndung, der Zoll und eine Hundertschaft der Polizei beteiligt.

Bekämpfung illegaler Prostitution

Überprüft wurde unter anderem, ob die Frauen ordnungsgemäß als Prostituierte angemeldet sind. Die Aktion diente auch der Bekämpfung illegaler Prostitution und der Vermeidung von Menschenhandel. Bei der Koordination des Einsatzes griffen die Behörden auf ihre Erfahrungen aus der gemeinsamen Bekämpfung der Clankriminalität in Essen zurück.

Insgesamt wurden rund 130 Personen überprüft. Eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes sagte am Abend, dass von den Frauen „überwiegend alle“ nach dem Prostituierten-Schutzgesetz angemeldet gewesen seien. Nach Angaben einer Zoll-Sprecherin bestand bei einer Frau der Verdacht, dass sie sich illegal in Deutschland aufhält.

Drogenspürhund kommt zum Einsatz

In vier Fällen werde nun geprüft, ob Sozialleistungsbetrug vorliege. Bei sechs Arbeitgebern will der Zoll Geschäftsunterlagen genauer unter die Lupe nehmen. Die Polizei fand in einem Bordell „weißes Pulver“, vermutlich Rauschgift. Auch ein Drogenspürhund kam zum Einsatz. Ein Mann, der ein Bußgeld nicht gezahlt hatte, wurde von der Polizei zeitweise festgesetzt.

Zu Beginn der Razzia hatten Polizisten die Hauseingänge in dem Straßenzug in der Nähe der Innenstadt gesichert. Wenig später verließen zahlreiche Männer das abgesperrte Areal. Die Überprüfung der Betriebe und der Prostituierten zog sich bis in den frühen Samstagmorgen hin.

Maßnahmen gegen Verstöße

Wie die Stadtverwaltung am Samstag mitteilte, fehlten bei 24 von 82 Prostituierten die Anmeldebescheinigungen. Es seien 17 Verwarngelder in Höhe von 55 Euro erhoben worden. 15 Menschen seien wegen Verdachts auf illegalen Aufenthalt kontrolliert und sieben davon zur Überprüfung in Polizeigewahrsam genommen worden.

Die Polizei habe einen offenen Haftbefehl vollstrecken können und zwei Anzeigen wegen Drogendelikten aufgenommen.

dpa

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