Ernüchterung: Kein zusätzlicher Impfstoff für den Kreis Borken

Coronavirus

Der Kreis erhält über das Land keine zusätzlichen von der EU zugewiesenen Impfdosen. Profitieren soll dafür eine Grenzregion, deren Inzidenz nur halb so hoch wie die des Kreises Borken ist.

Kreis Borken

, 22.03.2021, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Kreis Borken erhält zunächst mal keine zusätzlichen Impfdosen.

Der Kreis Borken erhält zunächst mal keine zusätzlichen Impfdosen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Noch vor einigen Tagen sah es so aus, als bekämen die hiesigen NRW-Grenzkreise über das Land zusätzliche von der EU zugewiesene Impfdosen im Kampf gegen das Coronavirus. Dafür hatten sich diese auf Initiative von Landrat Dr. Kai Zwicker jüngst mit einem eindringlichen Appell an das Land stark gemacht. Zunächst gab es die Zusage, doch jetzt folgte die große Ernüchterung.

Nach einer Telefonkonferenz mit dem NRW-Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten, Dr. Mark Speich, zeigte sich Landrat Kai Zwicker am Sonntagabend (21. März) enttäuscht über das, was jetzt entschieden wurde. Denn der von der EU zusätzlich zugewiesene Impfstoff geht in andere Grenzregionen Deutschlands. Der Kreis Borken geht leer aus.

Kreis hält Forderung aufrecht

Hintergrund: Seit Wochen sind die Inzidenzwerte in den NRW-Grenzkreisen signifikant höher als in anderen Kreisen. Zusätzliche von der EU zugewiesene Impfdosen sollten das Problem ein wenig lindern. Doch das Thema hat sich jetzt zunächst mal erledigt.

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Doch für Landrat Kai Zwicker und seine Amtskollegen sei Aufgeben keine Option, wie der Kreis in einer Pressemitteilung wissen lässt. So betont der Landrat: „Unsere Forderung halten wir angesichts der hohen Inzidenzzahl bei uns selbstverständlich weiterhin aufrecht.“

Grenzraum hat eine besondere Bedeutung

Der Grenzraum habe schließlich ganz besondere Bedeutung für NRW, denn die Grenzen zu den Niederlanden und Belgien sollen ja weiterhin geöffnet bleiben. Dies aber müsse durch verstärkte Impfangebote für die hier lebende Bevölkerung flankiert werden, da in den beiden Nachbarstaaten die Inzidenzwerte deutlich höher und die Coronavirus-Mutanten außerordentlich stark verbreitet seien.

Kurios: Im Saarland, das nun neben vier weiteren Bundesländern von der zusätzlichen EU-Lieferung profitieren soll, liegt die aktuelle Inzidenz hingegen nur halb so hoch wie etwa in den Kreisen Kleve und Borken. Darum stehe das Land weiterhin in der Pflicht, das hebt der Landrat hervor, seine Zusage in die Tat umsetzen. „Wir bleiben dran“, stellt Kai Zwicker klar.

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