Ernten wie vor 100 Jahren

12.08.2019, 18:16 Uhr / Lesedauer: 1 min

Schermbeck. In der Erntezeit sieht man derzeit oft riesige Mähdrescher über die Felder fahren, die große Flächen in wenigen Stunden abernten können. Vor 100 Jahren war das noch ganz anders. Erntezeit bedeutete für die Bauern und Helfer Schwerstarbeit.

An diese Zeit erinnerte die Erntegruppe Weselerwald am Sonntag bei ihrem Erntefest. Heinz Bannemann zeigte bei einer Vorführung, wie viel Kraft und Geschicklichkeit dazu gehörten, das abgemähte Getreide in handlichen Bündeln abzulegen. Der heute 81-Jährige hat schon als Zehnjähriger auf dem elterlichen Hof mitgeholfen, die Getreidefelder an den Ecken mit der „Sichte“ freizuschneiden, einem Handwerkzeug zum Mähen des Getreides.

Die motorisierte Art der Ernte zeigte unter anderem Tom Bauhaus. Mit einem 15-PS-Deutz-Traktor zog er einen Selbstbinder mit Zapfwellengetriebe übers Feld. Hinter dem Flügelrad sitzend, achtete Heinrich Nuyken darauf, dass die mit einem horizontalen Schneidwerk abgemähten Triticalehalme (ein Getreide) richtig auf das Plattformtuch fielen, von wo sie zum Knüpfer gelangten. Die vom Selbstbinder abgelegten Bündel setzten Angelika Hüfing und Egon Hülsmann zu mehrteiligen Hocken (Gasten) zusammen.