Erneuter Anstieg: Zahl der Arbeitslosen steigt auf 2,95 Millionen

Arbeitsmarkt

Im August sind die Arbeitslosenzahlen erneut gestiegen. Jedoch weniger als befürchtet. Die Zahl der Kurzarbeiter hingegen ging im Vergleich zum Vormonat zurück.

Nürnberg

01.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die "Bundesagentur für Arbeit" hat die neuesten Arbeitslosenzahlen bekannt gegeben.

Die „Bundesagentur für Arbeit“ hat die neuesten Arbeitslosenzahlen bekannt gegeben. © picture alliance/dpa

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im August erneut gestiegen - aber wie im Juli nicht wegen Corona, sondern in saisonüblicher Höhe. Trotzdem hinterlässt die Pandemie weiterhin deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt.

Es waren 2,95 Millionen Menschen ohne Job, 45.000 mehr als im Juli und 636.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg binnen Monatsfrist um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mit.

Anstieg der Arbeitslosenzahl saisonal begründet

Im August erhöht sich die Arbeitslosigkeit üblicherweise, weil Beschäftigungs- und Ausbildungsverhältnisse vor den Sommerferien enden. Zum Vergleich: Im August 2019 hatte sich die Zahl der Menschen ohne Job im Vergleich zum Vormonat um 44.000 erhöht. Also nahezu auf gleichem Niveau wie in 2020.

Im Juni waren nach vorläufigen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit 5,36 Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit. Im Mai hatte die Zahl noch bei 5,82 Millionen gelegen. Im April war diese auf 5,98 Millionen hoch geschnellt. Nach Angaben der Arbeitsmarktexperten sind die Zahlen hochgerechnet und werden monatlich angepasst, so dass sich diese rückwirkend verändern können.

5,36 Millionen Menschen im Juni in Kurzarbeit

Im Juni sind 5,36 Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit gewesen. Das berichtete die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg. Im Mai hatte die Zahl noch bei 5,82 Millionen gelegen.

Inzwischen geht nach dem massiven Anstieg im März und April die Zahl der Beschäftigten weiter zurück, für die Unternehmen Kurzarbeit anmelden. Vom 1. bis 26. August verzeichnete die Bundesagentur Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit für 170.000 Menschen. Die Zahl der tatsächlichen Kurzarbeiterinnen und Kurzarbeiter liegt erfahrungsgemäß niedriger, weil Unternehmen Kurzarbeit zum Teil vorsorglich anzeigen.

Auch nach einer Umfrage des Ifo-Instituts geht die Kurzarbeit in Deutschland zurück. Danach gab es im August in 37 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen Kurzarbeit, im Juli waren es noch 42 Prozent.

Verschiedene Experten sehen zurzeit Anzeichen, dass sich der Arbeitsmarkt wieder gefangen hat - auch dank der Kurzarbeit, die das Ausmaß der Entlassung begrenzt hat. Die steigenden Infektionszahlen und die Angst vor neuen Einschränkungen bereiten ihnen jedoch Sorge. Die Kauflaune der Verbraucher hat das nach Angaben des Nürnberger Konsumforschungsunternehmens GfK bereits gedämpft.

RND

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