Ereignisse der Geschichte in Comic-Bildern

Zeichner Ralf Marczinczik

Hohe Regale reichen bis zu der Decke einer Bochumer Altbauwohnung. Bücher, DVDs und Comics füllen sie. Kein Raum, der nicht einer kleinen Bibliothek gleicht. An einer Wand steht ein großer Schreibtisch. Davor sitzt Ralf Marczinczik. Ein Bleistift ziert sein Ohr. Vor ihm schwebt ein großes Zeichenbrett - hier lässt der Comiczeichner eine Welt aus Bildern entstehen.

BOCHUM

, 08.12.2014, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ereignisse der Geschichte in Comic-Bildern

An diesem Tisch entstehen die bunten Welten des Comiczeichners.

"Das Wunder" verarbeitet die Thematik des Wunders von Bern. Doch der Comic wird keinesfalls eine Nacherzählung der wohl jedem bekannten Geschichte. Vielmehr geht es um die Geschichten neben dem Platz, um die Spieler, die sich die Reise in die Schweiz teilweise selbst finanzieren mussten und vor allem auch um das wirtschaftliche Wunder, welches in der Zeit der Nachkriegszeit in Deutschland aufblühte. Und genau dafür braucht es das Studieren von Literatur. Die Comics von Ralf Marczinczik sind eine Mischung aus realer Vergangenheit und Fiktionalität. Das setzt der Bochumer auch zeichnerisch um. Denn die geschichtlichen Fakten und Bilder, die teilweise auf den Bildern der originalen Filmaufnahmen basieren, sind fotoreal dargestellt, die eigene Geschichte des Autors dagegen cartoonisch. Der Leser tritt also eine Reise an, die ihn durch mehrere Ebenen führt und landet schließlich im Jahr 2006, in dem „Das Wunder“ bei der Fußball Weltmeisterschaft in Deutschland fortgesetzt wird. Der Zeichner sieht in dem Medium Comic großes Potenzial schwierige Themen aufzuarbeiten und beschäftigt sich in anderen Projekten mit der Pest und dem Leben der Bewohner einer Zechensiedlung in der Nachkriegszeit der 1872er Jahre.

„Comic ist für mich ganz massiv auch Kultur. Oft wundere ich mich, wie viele Themen in diesem Bereich noch gar nicht bearbeitet wurden.“ Ab Juni 2015 ist „Das Wunder“ im Buchladen erhältlich. Zuvor können Auszüge auch online gelesen werden, die der Zeichner bei Facebook oder auf seiner Homepage regelmäßig veröffentlicht.  

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