Endete Flirt mit brutaler Vergewaltigung? Opfer: Musste danach 4 Wochen in die Psychiatrie

dzLandgericht Bochum

Zwei Männer aus Recklinghausen sollen eine 20-Jährige nach einem Disko-Besuch in ihrer eigenen Wohnung brutal vergewaltigt haben. Doch die Verteidigung zweifelt an der Glaubwürdigkeit der Frau.

von Jörn Hartwich, Jonathan Löckenhoff

Recklinghausen, Bochum

, 30.01.2020, 19:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst wurde gefeiert, dann kam die Polizei ins Spiel: Nach schweren Vergewaltigungsvorwürfen müssen sich zwei Männer aus Recklinghausen seit Donnerstag in Bochum vor Gericht verantworten. Das mutmaßliche Opfer ist eine Disko-Bekanntschaft.

Es war die Nacht auf den 15. Juli 2018. Die Angeklagten hatten in einer Gelsenkirchener Disko gefeiert. Kurz vor Schluss waren ihnen zwei junge Frauen aufgefallen. Es dauerte dann auch nicht lange, bis man sich näherkam. Flirten, tanzen, knutschen: Alles ging ganz schnell.

Die beiden Freundinnen zögerten dann auch nicht, als es darum ging, zu einem der Angeklagten nach Hause zu fahren. „Wir wollten noch ein Bier trinken“, sagte eine von ihnen vor Gericht. Für die 20-Jährige endete der Abend nach eigenen Angaben jedoch in einem absoluten Albtraum.

„Habe gesagt, dass ich das nicht möchte“

Nachdem ihre Freundin die Wohnung offenbar Hals über Kopf verlassen hatte, sollen die beiden Recklinghäuser brutal über sie hergefallen sein. „Die haben mich ausgezogen, mich geschlagen und mir eine Zigarette auf dem Rücken ausgedrückt“, sagte die angehende Altenpflegerin bei ihrer Zeugenvernehmung vor der 4. Strafkammer des Bochumer Landgerichts. Dann sei sie von den 23 und 25 Jahre alten Angeklagten vergewaltigt worden.

„Ich habe immer wieder gesagt, dass ich das nicht möchte“, so die 20-Jährige. Gegen die beiden durchtrainierten Männer habe sie jedoch keine Chance gehabt.

Vier Wochen in der Psychiatrie

Am nächsten Tag war sie zur Polizei gegangen und hatte Anzeige erstattet. Außerdem war sie nach eigenen Angaben vier Wochen in der Psychiatrie, weil sie mit der Sache nicht fertig geworden sei.

Was damals wirklich passiert ist, ist jedoch trotzdem umstritten. Die Angeklagten haben sich zum Prozessauftakt zwar noch nicht zu den Vorwürfen geäußert, hoffen aber ganz klar auf Freisprüche. Ihre Verteidiger hatten sogar angeregt, ein Glaubwürdigkeits-Gutachten in Auftrag zu geben.

Sie scheinen skeptisch zu sein, ob die 20-Jährige wirklich in allen Punkten die Wahrheit sagt. Dem sind die Richter aber nicht gefolgt. Sie haben für den Prozess vorerst noch drei Verhandlungstermine angesetzt.

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