Empörung über Freilassung

"Einfach nur frustrierend"

Ein maskierter Mann stürmt in eine Imbissbude, zückt seine Pistole, bedroht die 47-jährige Kassiererin und flüchtet mit der Tageseinnahme. Geschehen ist dies in der Nacht zum Sonntag. Kurz darauf nimmt die Polizei zwei Tatverdächtige fest. Sie werden dem Haftrichter vorgeführt und nach ihrer Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt. Viele Leser unserer Zeitung sind darüber sehr entrüstet.

MARL

von Von Klaus Wilker

, 07.08.2013, 18:18 Uhr / Lesedauer: 1 min

Seine Kollegen haben in der Tatnacht zwei 19-jährige Marler als Tatverdächtige festgenommen. Doch dem Haftrichter reichten die Beweise nicht, um U-Haft gegen die beiden Heranwachsenden anzuordnen, sagt der Polizeisprecher, ohne auf die bisherigen Ermittlungsergebnisse seiner Kollegen näher einzugehen. Kurzum: Die Beweislage, die beiden jungen Männer einzusperren, war (noch) zu dünn. Michael Franz: „Dass die Tatverdächtigen nicht in Untersuchungshaft genommen wurden, bedeutet nicht, dass sie sich später nicht doch vor dem Richter verantworten müssen und bestraft werden. Entlassung schützt nicht vor Strafe.“ Sinn und Zweck der Untersuchungshaft sei es, dass das Ermittlungsverfahren in Ruhe abgearbeitet und die Tat vollständig aufgeklärt werden kann, ohne dass Beweise vernichtet oder Zeugen manipuliert werden. Die Polizei wird den Fall nicht zu den Akten legen. Sie wird weiter ermitteln und daran arbeiten, dass der Raubüberfall auf die Imbissbude an der Brassertstraße restlos und zweifelsfrei aufgeklärt wird.

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