Elf Tote bei Schüssen in Hanau: Polizei findet Leiche des mutmaßlichen Täters

Hintergründe unklar

Elf Tote in Hanau: Nach den Schüssen In Hanau haben Polizisten am Donnerstagmorgen den mutmaßlichen Todesschützen tot aufgefunden. Spezialkräfte entdeckten außerdem eine weitere Leiche.

Hanau

20.02.2020, 07:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Polizei und Rettungskräfte sind im Stadtteil Heumarkt im Einsatz.

Polizei und Rettungskräfte sind im Stadtteil Heumarkt im Einsatz. © dpa

Neun Menschen sind am Mittwochabend in Hanau erschossen worden. Stunden nach dem Verbrechen an zwei unterschiedlichen Tatorten entdeckte die Polizei die Leiche des mutmaßlichen Todesschützen in seiner Wohnung in Hanau. Dort fanden Spezialkräfte noch eine weitere tote Person.

Insgesamt kamen damit elf Menschen am Mittwochabend und in der Nacht zum Donnerstag ums Leben. Die genauen Hintergründe für die außergewöhnliche Gewalttat sind bislang unklar. „Aktuell gibt es keine Hinweise auf weitere Täter“, berichtete die Polizei am frühen Donnerstagmorgen auf Twitter.

Nach Zeugenaussagen zu einem Fluchtfahrzeug seien Spezialkräfte der Polizei in eine Wohnung im Stadtteil Kesselstadt eingedrungen, sagte der Sprecher. Dort seien die beiden Toten entdeckt wurden. Die Ermittlungen zu ihrer Identität seien noch nicht abgeschlossen. Angaben zu ihrer Nationalität wie zur Nationalität der neun zuvor erschossenen Menschen könnten noch nicht gemacht werden.

Die Polizei hatte die Zahl der Toten zunächst mit acht, am Morgen mit neun angeben. Außerdem wurden nach Polizeiangaben mehrere Menschen verletzt.

Zwei Tatorte in Hanau

Der Täter griff nach Polizeiangaben am Mittwochabend gegen 22 Uhr zuerst eine Shisha-Bar am Heumarkt an, im Westen von Hanau. Dort seien mehrere Menschen erschossen worden, sagte der Polizeisprecher. Ein dunkler Wagen sei von dort davongefahren.

Nur rund zwei Kilometer davon entfernt im Stadtteil Kesselstadt befindet sich ein weiterer Tatort. Dort wurden ebenfalls Schüsse abgefeuert. Dort befindet sich im Erdgeschoss eines Wohnblocks ein Kiosk.

Eine mögliche dritte Schießerei im Stadtteil Lamboy bestätigte sich nicht. Die Polizei war aber auch dort mit einem Großaufgebot vor Ort. Vor Ort zeigten sich die Menschen entsetzt über die schreckliche Bluttat.


„Das war ein furchtbarer Abend“

Auch der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) zeigt sich in einer Sondersendung von „Bild live“ erschüttert über die Gewalttaten. „Das war ein furchtbarer Abend, der wird uns sicherlich noch lange, lange beschäftigen und in trauriger Erinnerung bleiben.“ Die Hanauer Bundestagsabgeordnete Katja Leikert (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ich bin erschüttert darüber, was passiert ist.“

Die zum Main-Kinzig-Kreis gehörende Stadt Hanau liegt rund 20 Kilometer östlich von Frankfurt/Main und hat etwa 100 000 Einwohner. Zur Unterstützung der hessischen Polizei waren auch Beamte aus Bayern im Einsatz.

RND/dpa/seb