Ekel Stromberg auf Betriebsausflug

Im Kino

Es geht hoch her bei der Capitol-Versicherung: Zum Jubiläum hat die Belegschaft eine Hymne einstudiert, die sie katzenjammernd vorträgt: "Was für Deutschland die Regierung, ist hier die Schadensregulierung!" Nur der Chef guckt wenig amüsiert: Bernd Stromberg, der hinterfotzigste, fieseste, lustigste Gernegroß, den unser Fernsehen seit Ekel Alfred zu bieten hat.

18.02.2014, 15:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Macht gerne einen Scherz auf Kosten der Kollegen: Christoph Maria Herbst als Bernd Stromberg (l.).

Macht gerne einen Scherz auf Kosten der Kollegen: Christoph Maria Herbst als Bernd Stromberg (l.).

Jetzt tummelt sich Christoph Maria Herbsts Parade-Armleuchter auf der Leinwand. "Stromberg - Der Film" schickt die Bürohocker zur Betriebsfeier in die sauerländische Pampa.

Damit schlägt das Gespann Ralf Husmann (Drehbuch) und Arne Feldhusen (Regie) mit bewährtem Personal ein neues Kapitel auf in seinem Intriganten-Stadl um Neid und Kriecherei. Arbeit ade, die Capitol feiert, im Bus knallen die Korken.

Gott, ist der Typ peinlich! Arne Feldhusen setzt das punktgenau und lebensecht in Szene. Noch die kleinste Nebendarstellerin an der Hotel-Rezeption zeigt genau den flackernd irritierten Blick, den man erwartet, wenn ein Großkotz wie Stromberg sie zur Schnecke macht. Gott, ist der Typ peinlich!

Wie er um die großen Tiere herumstreunt und -schleimt, auf Granit beißt und nicht locker lässt. Wie er Kollegen anschwärzt und hämische Witze reißt: "Den haben sie doch durch einen ganz dicken Pulli gestillt!" Verschwörerisch zwinkert Stromberg in die Kamera, sein Lästermaul spuckt Galle - köstlich.

Ernie ist der Fußabtreter Als Fußabtreter muss meist "der Ernie" herhalten, in seiner bräsig beflissenen Art wunderbar von Bjarne I. Mädel gespielt. Tanja, Ulf, Jennifer und Co. wollen sich auch amüsieren, doch es wird Wermut ausgeschenkt: "In diesem Laden scheißen sie dir auf den Kopf, und du sagst danke für den Hut!"

Clevere Unterhaltung Böse funkelt der Humor, als die Feier in teutonischen Stumpfsinn kippt, Chefs in den Puff fahren und die Nachricht die Runde macht, dass Teile der Versicherung abgewickelt werden. Jetzt schlägt Strombergs Stunde: Er wird Volkstribun, eine Galionsfigur des Widerstands und landet in Berlin. Schönster Aberwitz, Farce und Glaubwürdigkeit sind perfekt austariert. 100 Minuten clevere Unterhaltung.

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