Einzelhändler in Gescher erfinderisch: Gewerbe umgemeldet, Laden offen

Offene Geschäfte

Lebensmittel-Discounter auf dieselbe Art verfahren. Schon lange sei es ihm ein Dorn im Auge gewesen, dass diese Läden in der Corona-Pandemie viele Waren verkaufen würden, die mit

Gescher

von Manuela Reher

, 29.03.2021, 12:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Corona-Schnelltests, Toilettenpapier, Kosmetiktücher und Schutzmasken – das Schuh- und Sportgeschäft Gödde hat sein Sortiment erweitert. Kaufmann Theo Gödde hat sein Gewerbe umgemeldet und darf nun trotz Notbremse öffnen.

Corona-Schnelltests, Toilettenpapier, Kosmetiktücher und Schutzmasken – das Schuh- und Sportgeschäft Gödde hat sein Sortiment erweitert. Kaufmann Theo Gödde hat sein Gewerbe umgemeldet und darf nun trotz Notbremse öffnen. © privat

Mit Verwunderung werden die Kunden feststellen, dass es ab Montag, 29. März, im Schuh- und Sportgeschäft Gödde auch Corona-Schnelltests, Toilettenpapier, Kosmetiktücher und Corona-Schutzmasken zu kaufen gibt. Letztere hatte Theo Gödde schon seit geraumer Zeit im Sortiment. Das sind allesamt Waren des täglichen Bedarfs. Deshalb darf der Kaufmann seinen Laden auch vor dem Hintergrund der Corona-Notbremse öffnen.

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Der Geschäftsmann hat sein Gewerbe umgemeldet und damit gleichzeitig sein gewohntes Sortiment erweitert. Gegen eine Gebühr sei dies ganz offiziell beim Gewerbeamt erfolgt. „Hygieneartikel aller Art sind lebensnotwendig“, macht Theo Gödde deutlich. Als im Handelsregister eingetragener Kaufmann sei es ihm möglich, Waren aller Art zu verkaufen, also nicht nur Schuhe und Sportartikel.

Gewerbe umgemeldet, Laden darf jetzt öffnen

Schließlich würden auch die Lebensmittel-Discounter auf dieselbe Art verfahren. Schon lange sei es ihm ein Dorn im Auge gewesen, dass diese Läden in der Corona-Pandemie viele Waren verkaufen würden, die mit Lebensmitteln so gar nichts zu tun hätten, zum Beispiel Spielzeug.

Er selbst habe sein Geschäft im vergangenen Jahr viereinhalb Monate schließen müssen, weil es nicht durch den Verkauf von Waren für den täglichen Bedarf privilegiert gewesen sei wie Lebensmittelmärkte, Drogerien oder Blumenläden. So habe er nun den Spieß kurzerhand umgedreht. Wenn er jetzt auch Hygieneartikel verkaufe, könne er seinen Laden öffnen – unabhängig von jeder Inzidenz.

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Insgesamt ist für die Einzelhändler und auch die Kunden die Verwirrung und Verunsicherung weiterhin nach wie vor groß, was die Öffnungszeiten der Läden in der Corona-Pandemie betrifft. Das ist je nach Region unterschiedlich.

Im Kreis Borken ist angesichts einer Sieben-Tage-Inzidenz von 148,1 Infizierten je 100 000 Einwohnern (Stand Sonntag) die Corona-Notbremse gezogen worden. Trotzdem ist es mit negativem Corona-Schnelltest und zuvor gebuchtem Termin möglich, den Einzelhandel zu nutzen.

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