Einsatz gegen Clankriminalität: Behörden kontrollieren Shisha-Bars - viele Verstöße

Razzia

Polizei, Zoll und Ordnungsamt sind am Freitagabend in mehreren Städten ausgerückt, um Shisha-Bars im Ruhrgebiet zu kontrollieren. Die Fahnder stellten etliche Verstöße fest.

Oberhausen

08.08.2020, 11:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
In allen Betrieben in Oberhausen wurden Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung festgestellt.

In allen Betrieben in Oberhausen wurden Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung festgestellt. © picture alliance/dpa

Die Polizei hat am Freitagabend drei Shisha-Bars und Cafés in der Innenstadt von Oberhausen durchsucht. Es handele sich um einen Einsatz gegen Clankriminalität, sagte ein Polizeisprecher. Neben einer Hundertschaft der Polizei waren demnach auch Zollbeamte und Steuerfahnder an der Aktion beteiligt. Insgesamt wurden 62 Personen kontrolliert.

Fahnder stellen fast 60 Kilogramm unversteuerten Tabak sicher

Die Fahnder stellten fast 60 Kilogramm unversteuerten Tabak sicher. In allen Betrieben wurden zudem Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung festgestellt. Wie die Polizei mitteilte, gebe es derzeit keine Hinweise „auf die Verfestigung von Strukturen der Clankriminalität oder Netzwerke organisierter Kriminalität“ in Oberhausen. Die Maßnahmen nun seien aber notwendig, da Kontrollen in Nachbarstädten für eine Verdrängnung nach Oberhausen sorgen könnten.

Polizei Recklinghausen kündigt weitere Kontrollaktionen an

Die Polizei Recklinghausen kontrollierte gemeinsam mit dem Hauptzollamt Dortmund, der Finanzkontrolle Schwarzarbeit Gelsenkirchen und Ordnungsämtern behördenübergreifend in den Städten Haltern, Bottrop, Dorsten, Marl, Gladbeck, Recklinghausen und Herten. Hier wurden insgesamt 14 Shisha Cafés überprüft.

89 Personen wurden kontrolliert: Dabei stellten die Beamten Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung fest, fertigten zehn Ordnungswidrigkeitenanzeigen und stellten 133 Tabakdosen sicher.

Polizei, Ordnungsämter, Zoll und Steuerfahndung werden weiterhin eng zusammenarbeiten, um künftig ähnliche Kontrollaktionen durchzuführen, erklärte der Sprecher der Polizei Recklinghausen am Samstag.

Behörden gehen mit Nadelstich-Strategie gegen kriminelle Clans vor

Die Behörden in Nordrhein-Westfalen gehen seit Monaten mit einer sogenannten Strategie der Nadelstiche gegen kriminelle Clans vor. Seit 2019 seien rund 2300 Objekte im Land kontrolliert worden, hatte Innenminister Herbert Reul Ende Juni gesagt. Dabei seien mehrere Tausend Strafanzeigen, Ordnungsanzeigen und Verwarngelder verhängt worden.

dpa/iri

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