Ein Brahms-Klang, der süchtig macht

DORTMUND Nach der Gesamtaufnahme der Beethoven-Streichquartette hat das Auryn Quartet nun alle Brahms-Quartette eingespielt: Die sind übersichtlicher: die drei Werke passen auf eine Doppel-CD.

von Von Julia Gaß

, 10.07.2008, 11:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Auryn Quartet ist eines der dienstältesten und besten Ensembles der Welt.

Das Auryn Quartet ist eines der dienstältesten und besten Ensembles der Welt.

Das Auryn Quartett, dessen Cellist Andreas Arndt Dortmunder ist, gehört zu den dienstältesten und bestens Ensembles der Welt. Seit 27 Jahren spielt es in unveränderter Besetzung.

Das hört man am vollendet aufeinander abgestimmten Zusammenspiel der Streicher und an der perfekt, bis in Detail ausgeleuchteten, durchsichtigen, filigranen Interpretation der beiden Quartette op. 51.

Beherzter Zugriff

Tiefenschärfe geben die Streicher den dramatischeren Ecksätzen, mit samtenem Klang breiten sie die Romanze aus und sehr durchsichtig und fein musiziert klingt das Allegretto. Im Charakter sehr ähnlich ist Brahms' zweites Quartett, an dem er ebenso wie an dem Erstling 20 Jahre lange gefeilt hat. Etwas schärfer im Ton spielen die Auryns das Moll-Werk, mit beherzterem Zugriff und mit viel "Auryn". Und das heißt Glanz.

Es ist der Klang, der süchtig macht, haben viele Kritiker dieses Ensemble gelobt. Und in diesen Klang tauchen die Streicher vor allem in Brahms' drittem und letztem Werk der Gattung ein.

Das B-Dur-Werk ist klassizistischer als die Vorgänger, romantischer und nicht so filigran. Das Auryn Quartet füllt es nach dem quirlig, temperamentvoll-mitreißend gespielten Eröffnungssatz mit süffigem, vollen, runden, warmen Klang.

Referenzaufnahme

Wer eine mustergültige Aufnahme der Brahms-Quartette im Schrank stehen haben möchte, sollte zu dieser Aufnahme greifen.

 Auryn Quartet: Streichquartette von Brahms, Tacet 155; 2 CDs, 104:16 min.

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