Eichenprozessionsspinner in Nordkirchen: Erste Einsätze für den Bauhof

dzRaupen-Plage

Der Eichenprozessionsspinner ist wieder in Nordkirchen unterwegs. Der Bauhof hatte bereits erste Einsätze. Und schon jetzt zeigt sich, wie sehr bei der Bekämpfung Meisen helfen können.

Südkirchen

, 28.05.2020, 15:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie sind zurück. Die kleinen, pelzigen Raupen des Eichenprozessionsspinners sind wieder unterwegs. Teils zu Hunderten Tieren krabbeln die Raupen jetzt wieder bevorzugt Eichen hinauf, um sich dort zu verpuppen. Der lästige Nebeneffekt: Wer den Tierchen zu nahe kommt, läuft Gefahr, die langen, durchsichtigen Brennhaare abzubekommen.

Gerade für kleine Kinder kann das gefährlich werden, weil das Gift in den Härchen (Thaumetopoein) teils heftige allergische Reaktionen auslösen kann. Bleibt also nur, Eichen zu meiden und der Gemeinde Bäume auf öffentlichen Plätzen zu melden, wo die Raupen dem Menschen zu nahe kommen.

Erste Einsätze, darunter an Südkirchener Spielplatz

Wie Josef Klaas, Bauamtsleiter der Gemeinde Nordkirchen, auf Anfrage sagt, seien die Mitarbeiter des Bauhofs bereits dreimal im Einsatz gewesen, um die Raupen von Bäumen zu entfernen, darunter auf dem Spielplatz an der Bodelschwinghstraße / Ecke Ketteler Straße in Südkirchen. Dort wanderten die haarigen Insekten an einer Eiche direkt am Spielplatz hinauf. Fachfirmen hingegen hätten noch nicht beauftragt werden müssen, wie Josef Klaas sagt.

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Bis zu einer Höhe von etwa zehn Metern könnten die Mitarbeiter des Bauhofs selbst die Raupen absaugen. Alles, was darüber liege, müsse von einem Fachunternehmen erledigt werden, erklärt der Bauamtsleiter.

Drei Einsätze klingt noch nicht nach viel, die Gemeinde rechnet allerdings auch in diesem Jahr wieder mit einem „starken Befall“, macht Klaas deutlich. „Wir wollen das Thema aber nicht überdramatisieren“, fügt er hinzu. Immerhin seien die Raupen ein natürliches Phänomen.

Nistkästen gegen die Raupen aufgehängt

Um den Eichenprozessionsspinnern in diesem Jahr Einhalt zu gebieten, sollte deshalb auch ein natürlicher Fressfeind helfen. Nicht nur in Nordkirchen, sondern auch in den Nachbarkommunen wurden Nistkästen für Meisen an den Bäumen aufgehängt. Die Hoffnung: Die Meisen fressen die Raupen, noch bevor sie das Lebensstadium erreichen, in dem sie die gefährlichen Brennhaare entwickeln.

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Die Hoffnung, dass diese Strategie tatsächlich Wirkung zeigt, hielt Josef Klaas allerdings von Beginn an für unrealistisch. „Wir wollen die Meisen nicht überfordern“, sagt Klaas mit einem Lachen. Der Singvogel könne nicht eine ganze Eichenprozessionsspinner-Epidemie eindämmen, fügt er hinzu.

So werden Gemeinde-Mitarbeiter und Schädlingsbekämpfer im Sommer voraussichtlich wieder verstärkt in Nordkirchen, Südkirchen und Capelle gefordert sein, um die Raupen und ihre Nester zu entfernen. Rund 15.000 Euro hat der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner die Gemeinde 2019 gekostet.

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