Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in Nordkirchen aus - So wird die Raupe bekämpft

dzEichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner befällt immer mehr Bäume in Nordkirchen. Nicht nur die Gemeinde ist mittlerweile fast täglich gegen die Raupen im Einsatz. Für die Bürger gibt es einen Rat.

Nordkirchen

, 18.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Eichenprozessionsspinner hält die Mitarbeiter des Nordkirchener Bauhofs auf Trab. Genauso wie das Schädlingsbekämpfungsunternehmen Sonnenburg in Südkirchen. Auch in der Schlossgemeinde breitet sich die Raupe mit den Brennhaaren aus. Leider auch dort, wo sie dem Menschen zu nahe kommt.

„Wir sind beinahe täglich unterwegs“, sagt Bauamtsleiter Josef Klaas auf Anfrage. Die Hinweise kommen teils von den Nordkirchenern selbst, teilweise wird der Bauhof auch selbst auf neue Nester aufmerksam.

Mittlerweile beauftragt die Gemeinde nicht mehr in jedem Fall einen professionellen Schädlingsbekämpfer. Der Bauhof besitzt neuerdings einen eigenen Schädlingssauger mit dichten Auffangsäcken, denen kein Brennhaar der Raupen entkommen kann.

Brennhaare des Eichenprozessionsspinners enthalten Nesselgift

„Die Eichenprozessionsspinner sind überall und sie werden uns auch in Zukunft erhalten bleiben“, sagt Klaas. Die Raupe nistet sich in größerer Zahl in Nestern an Eichen ein. Problematisch sind dabei die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners, die ein Nesselgift enthalten und bei Hautkontakt allergische Reaktionen auslösen.

Trotzdem: Es gebe keinen Grund, in Panik auszubrechen, macht der Bauamtsleiter deutlich. Wie die Herkulesstaude auch, gehe vom Eichenprozessionsspinner eine gewisse Gefahr aus, es gebe aber keinen Anlass, ein Krisenteam im Rathaus einzurichten, um sieben Tage in der Woche neue Nester zu entfernen.

Keine Panik, Ruhe bewahren, besonnen bleiben

Klaas rät jedem Nordkirchener vielmehr dazu, besonnen zu handeln. Wenn Nester über Gehwegen, Spielplätzen oder überall sonst entdeckt werden, wo sie Mensch und Tier zu nahe kommen, sollten sie gemeldet werden. In den Außenbereichen hingegen sei es schlicht nicht möglich, jedes Nest zu entfernen.

Stattdessen setzt die Gemeinde auf Warnschilder und Flatterband. So wurde beispielsweise zuletzt eine Eiche in der Bauerschaft Berger, in der Nähe des Gärtnereibetriebes Gregg markiert.

Bereits im Mai hatte die Gemeinde Nordkirchen hingegen ein neues präventives Verfahren gegen die Eichenprozessionsspinnerraupen eingesetzt: Im Auftrag der Gemeinde hatte das Schädlingsbekämpfungsunternehmen Sonnenburg aus Südkirchen mehrere Bäume mit einem speziellen Insektizid besprüht.

Einsatz des Insektizids in sensiblen Bereichen

Vor allem in der Nähe von Schulen und Spielplätzen sei das Mittel zum Einsatz gekommen. Da es sich dabei aber um ein Gift handele, habe die Gemeinde den Einsatz auf einzelne Plätze begrenzt, so Klaas.

Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde rund 6000 Euro für die Entfernung der Raupennester ausgegeben, schätzt Josef Klaas.

„Es ist extrem in diesem Jahr.“
Klaus-Wilhelm Gratzfeld, Verwaltungsleiter der FHF

Nicht nur die Gemeinde ist mit den haarigen Raupen beschäftigt, auch die Fachhochschule für Finanzen (FHF), die für den Schlosspark zuständig ist, hält der Eichenprozessionsspinner auf Trab. „Es ist extrem in diesem Jahr“, sagt Klaus-Wilhelm Gratzfeld, Verwaltungsleiter der FHF auf Anfrage.

Auch im Schlosspark sind viele Eichen betroffen. Zahlreiche Nester seien auch bereits entfernt worden. Trotzdem ruft auch Gratzfeld dazu auf, bei Spaziergängen im Schlosspark aufmerksam zu sein - besonders, wenn man mit kleinen Kindern oder Hunden unterwegs ist.

Bislang ein Einsatz auf dem Gelände der Kinderheilstätte

Auch auf dem Gelände der Kinderheilstätte ist der Eichenprozessionsspinner bereits gesichtet und entfernt worden, wie Gisela Stöver te Kaat vom Sozialmarketing auf Anfrage dieser Redaktion erklärt. Gerade durch die Maximilian-Kolbe-Schule, die Heilpädagogische Kindertageseinrichtung und den Sinnesgarten ist das Gelände der Kinderheilstätte stark frequentiert.

Ein Nest habe durch eine Fachfirma entfernt werden müssen, von einem Baum direkt an der Maxi-Schule. Im vergangenen Jahr war ein Baum hinter der Jugendwohngruppe, nahe dem Schulgarten betroffen.

Lesen Sie jetzt