Durchsuchung bei Volkswagen in Wolfsburg wegen Motor von Golf, Tiguan und Passat

Betrugssoftware

Ermittler haben Räume von Volkswagen durchsucht. Erneut geht es um Betrugssoftware. Doch VW beteuert, der Motor, um den es jetzt geht, ist sauber. Verbaut wurde er in Golf, Tiguan und Passat.

Wolfsburg

von Christoph Höland |

, 03.12.2019, 21:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Durchsuchung bei Volkswagen in Wolfsburg wegen Motor von Golf, Tiguan und Passat

Frostige Zeiten brechen wieder für W an. © picture alliance/dpa

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat offenbar Räume von Volkswagen in Wolfsburg durchsuchen lassen. Wie die Bild-Zeitung unter Berufung auf Volkswagen berichtet, könnte es sein, dass sich die Maßnahme auf Softwaremanipulationen bei der Motorenreihe EA 288 bezieht. Volkswagen kooperiert nun mit den Behörden, bezweifelt aber die Vorwürfe.

Der Motorentyp EA 288 wird seit 2012 in vielen VW-Dieselfahrzeugen verbaut - und stand schon öfter in der Kritik. Unter anderem hatte der SWR berichtet, es gebe den Verdacht, dass beim EA 288 eine unzulässige Abschalteinrichtung zum Einsatz kommt. Der Motor ist der Nachfolger des EA 189, der im Zentrum des Dieselskandals steht.

EA 288 gilt als sauber

Der neuere, unter anderem im Golf, Tiguan und Passat verbaute, EA 288 gilt eigentlich als unbedenklich. „Der Motor hat keine Abschaltvorrichtung“, bekräftigte VW-Chef Herbert Diess zuletzt im September. Auch das Kraftfahrt-Bundesamt bestätigte die Kritik nicht. „Unzulässige Abschalteinrichtungen konnten nicht festgestellt werden“, urteilte die KFZ-Behörde.

Auch eine unzulässige Zykluserkennung konnte das Kraftfahrt-Bundesamt nicht feststellen. Gemeint ist damit Software, die erkennt, ob ein Auto gerade möglicherweise auf einem Prüfstand steht - und deshalb die Abgase gründlicher als im Straßenbetrieb filtert.

VW kooperiert mit Staatsanwaltschaft

Volkswagen erneuerte gegenüber der Bild das Dementi, auch beziehe sich die aktuelle Durchsuchung auf Einzelpersonen, nicht den Gesamtkonzern. VW kooperiere mit der Staatsanwaltschaft Braunschweig, so ein Sprecher - „obwohl das Unternehmen die Rechtsauffassung und die daraus resultierenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft für unbegründet hält.“