Durch NRW? Erster Castor-Transport seit neun Jahren in Deutschland

Atomkraft

Sechs Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll sind in Deutschland angekommen. Die Fracht soll jetzt per Bahn in ein Zwischenlager gebracht werden. Ob die Route durch NRW führt, ist unklar.

NRW

02.11.2020, 21:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sechs Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield sind mit einem Spezialschiff auf dem Weg nach Deutschland. Die Fracht soll per Bahn ins hessische Zwischenlager Biblis gebracht werden. (Symbolbild)

Sechs Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield sind mit einem Spezialschiff auf dem Weg nach Deutschland. Die Fracht soll per Bahn ins hessische Zwischenlager Biblis gebracht werden. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Brisante Fracht per Zug durch NRW? Der erste Castor-Transport mit deutschem Atommüll aus dem Ausland seit neun Jahren soll mit der Bahn von Nordenham bei Bremerhaven ins hessische Biblis gebracht werden. Ob die Route der sechs Castor-Behälter zum Zwischenlager durch Nordrhein-Westfalen führt, dazu machte die Bundespolizei am Montag zunächst keine Angaben.

Denkbare Transportstrecke könnte durch NRW führen

Laut Atomkraftgegnern wäre eine denkbare Transportstrecke unter anderem über Münster, Hamm, Wuppertal, Köln und Bonn. Die Bundespolizei habe alle möglichen Fahrstrecken des Zuges gesichert, sagte ein Sprecher. Auch Hubschrauber würden eingesetzt.

Zuletzt waren im November 2011 Castoren aus La Hague in das Zwischenlager Gorleben in Niedersachsen gebracht worden. Die Zugfahrt zog sich damals fünf Tage hin, weil Gleise blockiert wurden.

Ladung kommt mit Spezialschiff aus Großbritannien

Die aktuelle Ladung war am Montagmorgen mit einem Spezialschiff aus Großbritannien im niedersächsischen Hafen Nordenham an der Weser angekommen. Der Atommüll aus deutschen Kernkraftwerken war in der britischen Wiederaufbearbeitungsanlage Sellafield bearbeitet worden.

Zur Abfahrt des Zuges machten weder die Transportfirma GNS noch die massiv vertretene Polizei Angaben. Das Umladen der Container vom Schiff auf die bereitgestellten Waggons sollte aber noch bis zum Dienstag dauern.

Atomkraftgegner kritisieren den Transport des immer noch strahlenden Materials. Unter anderem am Hauptbahnhof Münster riefen sie am Montagabend zu einer „Castor-Mahnwache“ auf.

dpa

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