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Warten auf Gerechtigkeit

15.11.2007

Warten auf Gerechtigkeit

<p>Völlig marode soll die Gartenlaube gewesen sein, die Gerhard Kleymann im Mai 2002 für 5500 Euro erstanden hat. Inzwischen hat er sie aufwändig renoviert. Wegener</p>

Kleingärtner sind gemeinhin auf Ruhe bedacht. Deshalb dauert es schon eine ganze Weile, bis Laubenpieper an die Decke gehen - doch dieser Punkt ist bei Gerhard Kleymann jetzt erreicht: Seit mehr als fünf Jahren kämpft er um Schadensersatz - obwohl der Streit im September 2002 als Eilverfahren vor Gericht ging, ist bis heute keine Entscheidung gefallen.

Stein des Anstoßes: Die Parzelle 24 in der Kleingartenanlage "Frohes Schaffen". "Für 5500 Euro habe ich dort im Mai 2002 eine Laube erstanden, später stellte sich heraus, dass die Bausubstanz völlig marode war", sagt Kleymann. Sein Anwalt Christian Koch leitete im September ein Beweissicherungsverfahren ein, ein Gutachter stellte starke Mängel fest, bezifferte den Schaden auf rund 5400 Euro. Ende März 2003 folgte die Klage vor dem Landgericht.

Dann gab es Termine. Derer reichlich: Von elf anberaumten Sitzungen fanden aber nur zwei statt. Die erste am 31. August 2004 - damals wies das Gericht die Klage überraschend ab, doch die Berufung vor dem Oberlandesgericht hatte Erfolg, das Landgericht startete am 31. Januar 2006 eine neue Beweisaufnahme.

Siebenmal wurden die Parteien danach erneut zum Gericht bestellt, siebenmal folgte die Absage. "Das habe ich noch nicht erlebt. Ich kann gut nachvollziehen, dass mein Mandant sehr aufgebracht ist", findet Rechtsanwalt Christian Koch. Auch Gerichtssprecherin Annedore Flüchter kann den Ärger verstehen. "Es kann immer mal passieren, dass ein Termin nicht stattfinden kann, in dieser Häufung ist das aber sehr selten." Aus organisatorischen Gründen (u.a. wegen der "angespannten Personalsituation") hätte es zweimal einen Wechsel des zuständigen Richters gegeben, daraus resultierende Verzögerungen ließen sich nicht vermeiden. "Zudem gab es auch mehrere Absagen, weil andere Verfahrensbeteiligte verhindert waren", so Flüchter.

So bleibt Gerhard Kleymann nichts anderes, als weiter auf Geld und Gerechtigkeit zu warten. Ein neuer Termin ist noch nicht festgelegt worden. weg

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