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Wangs westfälisches Wunder

27.11.2007

5 vor 5 in Dortmund. Jeden Mittwoch porträtieren wir Menschen unserer Stadt.

Konzentriert sitzt er auf der Bank, hinter ihm der riesige Spiegel. Die Unterarme gekreuzt auf dem Oberschenkel. Kaum eine Bewegung. Dann stößt er abrupt die Hände in die Höhe, dirigiert seine Truppe. Setzt sich, stützt das Kinn mit der Hand, schaut, analysiert. Nun eine Wellenbewegung mit der Rechten, die Compagnie reagiert.

In Xin Peng Wangs (Fotos) Gesicht ein ähnlicher Aufruhr wie mit den Händen. Stutzen, Lächeln, kritischer Blick und neugieriges Schauen wechseln im Sekundentakt. Wer bloß hat behauptet, asiatische Mienen seien undurchschaubar?

Xin Peng Wang kam 1956 in Dalian im Nordosten Chinas zur Welt. Ballettausbildung, Choreographiestudium, viele Jahre Solist. Ende der 80er Jahre der Wechsel nach Essen, bis 1996 Mitglied des Aalto-Theaters. Seit 2003 führt Xin Peng Wang das Dortmunder Ballett. Er führt es von Erfolg zu Erfolg. Ballettwunder in Westfalen.

Eines der Erfolgsstücke: Schwanensee. An diesem Nachmittag um fünf vor Fünf probt Wang für die Wiederaufnahme von "Schwanensee" am 1. Dezember.

Wang, 51, geschieden, 13-jährige Tochter, wirkt hoch konzentriert. Sein Ballettmeister Zoltán Ravacz lässt einige Figuren tanzen, Wang schaut, analysiert, korrigiert. "Ja, mehr clear." Geht zu der Gruppe, führt ihnen seine Vision der Schritte, der Gefühle vor. Setzt sich. "Next, Musik, go."

Wenn 22 Nationen auf dem Tanzboden proben, darf die Amtssprache auch gern ein Kauderwelsch aus Englisch, französischen Fachbegriffen und Deutsch-Brocken sein. Am 1. Dezember, daran lässt er keinen Zweifel, ist alles wie aus einem Guss. Wangs westfälisches Ballettwunder.

Jörg Heckenkamp

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