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Turmfalken-Paar nistet im U-Turm

Nach Umbau

Die Rückkehrhilfe war überzeugend. Eine 40 mal 40 mal 30 Zentimeter große Höhle, frisch saniert, mit Ausblick gen Osten und über dem Kopf ständige Video-Unterhaltung – da hat der Greifvogel zugegriffen. In diesem Jahr ist nach dem jahrelangen Umbau wieder ein Turmfalken-Paar in den U-Turm eingezogen und sorgt dort offenbar für Nachwuchs.

DORTMUND

von Von Gaby Kolle

, 21.05.2011

Man muss schon genau hinschauen, um die beiden Einfluglöcher an der Süd- und Ostseite des Turms unterhalb der Kathedrale zu erkennen. Oder einen der Falken, die ab und an, vor allem nachmittags und abends, elegant um den Turm segeln. Besonders Reinhold Neugebauer, Greifvogel-Experte beim Naturschutzbund (NABU), freut die Rückkehr der Turmfalken. Er hatte die U-Architekten zu Beginn des Umbaus darauf hingewiesen, die Nisthöhlen mit Ansitz in der Mauernische einzuplanen.

„Turmfalken sind traditionsbewusst“, weiß Neugebauer. Sie kehren immer wieder zu ihren Brutstätten zurück – sofern sie dort Nistplätze finden. Doch solche Nischen fallen immer häufiger Gebäudesanierungen zum Opfer oder werden wegen der Tauben vergittert.Die Bestände der Turmfalken sind auch in Dortmund stark rückläufig. Gab es hier vor fünf Jahren noch 50 bis 60 Turmfalken-Paare vor allem in den Außenbezirken des Stadtgebiets, sind es zurzeit nur noch maximal 15, schätzt Neugebauer.

Neben geeigneten Nistplätzen mangelt es ihnen auch an Nahrung. Ihre Hauptspeise sind Mäuse. Doch die letzten zwei Jahre waren schlechte Mäusejahre. Die Population der Nager bricht alle drei bis fünf Jahre zusammen.  Die Landschaftsstruktur in Dortmund ist noch am ehesten im Dortmunder Norden und Osten einladend für die Turmfalken. Zwischen Brackel und Wickede hat der NABU an jedem dritten Hochspannungsmast einen Nistkasten angebracht. Turmfalken-Paare gibt es zurzeit auch auf dem Gestüt Salingen, auf der Kokerei Hansa, am Knepperwerk in Mengede, am Hallenbad in Hörde und in einer Mauerhöhle des Polizeipräsidiums. Und jetzt wieder im U-Turm.

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