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Todesfahrer muss ins Gefängnis

Urteil

Betrunken und viel zu schnell: Vor zwei Jahren hat ein junger Mann aus Hörde auf der Münsterstraße den Tod einer Freundin verursacht. Trotzdem hatten es die Richter ursprünglich gut mit ihm gemeint: Es gab Bewährung, kein Gefängnis. Doch jetzt hat der 26-Jährige seine Chance verspielt.

DORTMUND

von Von Jörn Hartwich

, 31.05.2011

Seit Montag steht fest: Der Gebäudereiniger und Partygänger muss für mindestens vier Monate ins Gefängnis. Er war nach der Todesfahrt trotz Fahrverbots wieder Auto gefahren. Richter Thomas Gessert zeigte sich fassungslos: „Alkohol, Tod und Verletzte – und Sie setzten sich wieder hinters Steuer. Das müssen Sie mir erklären.“ Die Antwort des Angeklagten kam zögerlich: „Ich wollte in Unna im Krankenhaus eine Freundin besuchen.“

Sie sei die einzige, die noch zu ihm gehalten habe. Er habe sonst alles verloren – sein ganzes Leben. Mit der Antwort auf die Frage, warum er nicht auf Bus und Bahn umgestiegen sei, verspielte er dann endgültig jeden Kredit: „Ich kenne mich mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht aus.“ Und: „Ich habe Schiss. Da wird man bedroht und geschlagen.“ Der Staatsanwalt bezeichnete den 26-Jährigen als „wehleidig“. Es gebe keinen vernünftigen Grund, warum er wieder Auto gefahren sei – vor allem nicht so kurz nach der „schrecklichen Tat“. Es war der frühe Morgen des 12. April 2009, als das Drama begann. Der Angeklagte (ein Promille Alkohol im Blut) kam aus der Disko, nahm in seinem Auto drei Freundinnen mit. Es ging mit Tempo 100 über die Münsterstraße, aus den Boxen dröhnte das „Fliegerlied“.

Nach der Verurteilung zu vier Monaten Haft ohne Bewährung wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis muss der Angeklagte nun auch mit dem Widerruf der 18-monatigen Bewährungsstrafe wegen der Todesfahrt rechnen. Dann müsste er 22 Monate absitzen. Richter Thomas Gessert: „Bewährung heißt: Bewähre dich.“ Das habe der Angeklagte nicht verstanden. 

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