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Später Schulstart für die Umwelt?

DORTMUND Später zur Schule, um der Umwelt zu helfen? Eine überraschende Perspektive, die der Luftreinhalteplan mit dem Kampf gegen Feinstaub eröffnet.

von Von Oliver Volmerich

, 05.11.2007
Später Schulstart für die Umwelt?

Voll sind die Busse zum Schulstart. Deshalb denken Experten jetzt über die Entzerrung der Schulanfangszeiten nach.

Ein Ansatzpunkt ist dabei nach Ansicht von Verkehrsexperten der Schülerverkehr, für den allmorgendlich allein in Dortmund 38 Busse rollen – aus Kapazitätsgründen oft ältere Modell mit entsprechend schlechten Umweltwerten. Wird der Schulanfang zeitlich entzerrt, könnte, so die Überlegung, auf den Einsatz dieser älteren Busse verzichtet werden. Nicht zuletzt könnte generell der morgendliche Berufsverkehr entlastet werden, wenn weniger Busse zeitgleich auf den Straßen sind. „Je unterschiedlicher die Anfangszeiten in den Schulen, desto flexibler kann man disponieren“, bestätigt Stadtwerke-Sprecher Bernd Winkelmann. Allerdings weiß er auch, dass eine Verschiebung der Schulzeiten nicht einfach durchzusetzen wäre. „Das ist ein ziemlich großes Rad, weil in familiäre und schulische Strukturen eingegriffen wird“, erklärt Winkelmann.

Eine Projektgruppe aus dem Arbeitskreis zur Vorbereitung des Luftreinhalteplans soll deshalb zunächst einmal weitere Daten zum Schülerverkehr sammeln und mit Schulen und Schulträgern Kontakt aufnehmen. Die Schulanfangszeiten könnten dann stufenweise geändert werden. Ziel ist, zu Beginn des Schuljahres 2008/2009 pro Stadt an mindestens drei Schulen den Schulanfang zu verschieben. Bis zum Herbst 2010 könnte das Projekt dann abgeschlossen werden. Voraussetzung ist natürlich, dass die Idee in den Regionalen Luftreinhalteplan aufgenommen wird, der von Dortmund bis Herne reicht und an dem die Bezirksregierung derzeit arbeitet. Bis Ende des Jahres sollen alle Vorschläge auf dem Tisch liegen und abgestimmt werden.

Fünf Einsprüche

Wahrscheinlich ist dann auch die Einführung einer Umweltzone mit Beschränkungen für den Autoverkehr, die zumindest das Innenstadt-Gebiet von Dortmund umfasst. Denn wie Berechnungen des Landesumweltamtes zeigen, ist nicht allein die Brackeler Straße von erhöhten Feinstaub- und Stickoxid-Werten betroffen. Trotzdem soll wahrscheinlich zu Beginn des neuen Jahres zunächst einmal ein Luftreinhalteplan für den Bereich rund um die Lufmess-Station in Borsigplatz-Nähe in Kraft treten. Zum aktuellen Entwurf gingen bis Meldeschluss am vergangenen Freitag fünf Eingaben ein.

Sie werden nun gemeinsam mit den 19 Anregungen aus der ersten Runde bearbeitet, erklärte Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung, gestern auf RN-Anfrage. Die Neuauslegung des Entwurfs war nötig geworden, weil als Ausfluss des parallel laufenden Planfeststellungsverfahrens für den B1-Tunnel nun auch der Einbau von Lüftungsbauwerken im geplanten Tunnel als verbindliche Maßnahme im Luftreinhalteplan verankert werden soll.

Damit hat die Bezirksregierung zugleich eine wichtige Forderung von Anwohnern und Umweltverbänden berücksichtigt. Deren Grundsatzkritik ist aber keineswegs ausgeräumt – wie die neuerlichen Stellungnahmen zum Luftreinhalteplan zeigen. „Auch der überarbeitete Entwurf enthält im Wesentlichen nur Maßnahmen aus dem Aktionsplan Brackeler Straße, die sich als untauglich zur Senkung der Schadstoffbelastung erwiesen haben oder die erst nach dem Jahr 2012 wirksam werden“, moniert der Sprecher der Kreisgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Thomas Quittek.

  

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