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Rock'n'Roll als Kneipen-Marathon

05.11.2007

Samstag, 3.15 Uhr. Hafenschänke Subrosa: Boris Gott, Musiker, Sänger, Nordstadtpoet und sein Kollege Doc Harp blasen zum Finale. Noch drei Lieder, dann ist ihr Rock'n'Roll-Marathon geschafft.

20 Auftritte in 20 Kneipen an einem Abend hieß das Ziel. 20 mal Aufbau der Geräte, 20 mal: "Hallo, ich bin Boris Gott. Wir sind heut' Abend auf Rekordjagd. Ihr seid das x-te Lokal, in dem wir spielen!" Kurz vor 19 Uhr war die Mini-Karawane gestartet. Nordstadt, Kreuzviertel, City und wieder Nordstadt. In jedem Laden geben Gott und der Doc zwei bis vier Lieder zum Besten. Meist von Gotts neuer Scheibe "Bukowski-Land". - Clevere Marketing-Idee: Neue CD's gibt es jeden Tag, nicht aber einen Künstler, der mit seinem Werk auf Ochsentour geht.

Gott selbst spricht von "Guerilla-Taktik": "Kurz aufschlagen, die Songs abfeuern und dann schnell weg!" Der Guerilla-Kämpfer mit Gitarre muss an diesem Abend auch Rückschläge wegstecken. Im B-Trieb bleibt die Stimmung mau. In der Sky Lounge kommt er sich geduldet, nicht erwünscht vor. Im Church macht eine Tischrunde auf geschlossene Gesellschaft, dreht den fahrenden Musikanten eisern den Rücken zu. Im Bukowski's ist einzig der Wirt zugegen.

"Schön war es da, wo die Leute Bock auf uns hatten und Energie zurückkam", resümiert Boris Gott. Vor der Punkkneipe Hirsch-Q habe er "Schiss" gehabt, gibt er zu. Grundlos: Dort feiert man Gitarrero und Melodica-Spieler mit Beifall und Johlen. "Wow, Live-Musik!", tuscheln die Gäste und freuen sich. Große Resonanz auch im Kraftstoff, im Happyhappydingdong und im Hard Rock Café. Szene-Treffs sind eben dankbarer als Quasselbuden oder Fußballkneipen.

Dankbar auch Maik, Björn, Corinna und Katharina. Das Quartett folgt den Musikern durch sieben Lokale. Der Grund? "Wir finden Boris' neue Scheibe einfach super!" "Bukowski-Land" bringt ruppig zärtliche Hymnen: Asphaltromantik, Oden an Dortmunds Norden, Hartz IV-Lyrik, Aussteiger-Fantasien.

Wunderbar Gotts Version des Kraftwerk-Hits "Das Modell": Letzter Song eines langen Abends, der dem Göttlichen viel abverlangt hat. kai

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