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Popstar unter den Köchen

DORTMUND TV-Koch Tim Mälzer mimte im Konzerthaus die Rampensau. Der Popstar unter Deutschlands (Spitzen-)Köchen tingelt durchs Land mit seiner Bühnen-Show "Hamse noch Hack?", holt Herd-verweigernde Männer an denselben, schäkert mit dem Publikum und verteilt das Essen unter den Besuchern. Brot und Spiele eben.

von von Kai-Uwe Brinkmann

, 23.11.2007
Popstar unter den Köchen

Keine Chance für Koch-Verweigerer: Tim Mälzer holt sich seine Helfer aus dem Publikum.

„Meine Damen und Herren: Tihiiiim Mälzer!“ So lassen sich Box-Champions ansagen und Popstars. Und Tim Mälzer ist zweifellos der Popstar unter Deutschlands Promi-Köchen.

Aber eine Kochshow im Konzerthaus, vor 1000 Leuten? Kann das funktionieren? Gehen Marktschreierei und Handwerk unter einen Hut? Erstaunlicherweise doch. Manchmal haut Ingolf Lücks Regie übertrieben auf die Pauke. Dann ist die Musik zu laut, das Feuerwerk bloß Knalleffekt. Aber sonst bietet Mälzers „Hamse noch Hack?“-Tour eine gelungene Kombination aus Entertainment und Kochschule.

Marktschreierei und Handwerk gehen unter einen Hut

Weil der Pfannenchef seinen Qualitäten als Redekasper nicht zu trauen scheint, hat er einen Sekundanten dabei. Der besorgt das Aufwärmen, requiriert Testesser, macht den Saalkellner und schiebt dann und wann Pointen ein. Mälzer selbst läuft in Dortmund zu toller Tagesform auf. Schäkert mit Leuten im Saal und denen, die er zum Rühren, Kneten oder Tomatenmatschen auf die Bühne holt. Schon die Saalgäste generieren jede Menge Lacher. Schlagfertig ist Mälzer und - haha - ein „ausgekochtes Kerlchen“, wispert der Mann neben uns.

Nichts Elitäres, sonder Katerfrühstück mit Wurst und Pommes

Was Tim Mälzer sympathisch und erfolgreich macht, ist seine burschikose Art. Bei ihm hat Kochen nichts Elitäres. Einer wie er nennt den Herrn aus dem Publikum kurzerhand „Schietbüx“, drückt ihm den Quirl in die Hand und lässt ihn Sauce Hollandaise anrühren. Fast immer hat Mälzer einen Tipp, wie man das Brimborium der Kochpäpste abkürzen kann. Zwischen Schnack, Anekdoten, Filmchen und Seitenhieben auf Johann Lafer zaubert er vier Gerichte auf zwei Küchenzeilen. Katerfrühstück mit Wurst, Pommes, selbstgemachter Currysauce. Roastbeef im Brotteig. Wolfsbarsch, für den zwei Goldkinder Tomaten quetschen.

Zwei Kameraleute schauen ihm auf die Finger und in den Topf. Sicher hat Mälzer die Präsentation beim Fernsehen gelernt. Diesen Pfiffikus live zu sehen, das hat etwas, das ist mehr als Glotze. Nicht nur, weil viele probieren dürfen.  Hinweis: Montag kocht Mälzer in den RuhrCongressHallen in Bochum.

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