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Kühlturm-Drama: Arbeiter ertrank im Gullyschacht

Amtsgericht

Vor zweieinhalb Jahren starb ein 49-jähriger Arbeiter auf der Westfalenhütte. Bei Reparaturarbeiten an einem der Kühltürme der ThyssenKrupp Steel AG wurde der Familienvater von plötzlich herein brechenden Wassermassen überrascht. Jetzt beschäftigte der tragische Fall das Amtsgericht.

DORTMUND

von Von Martin von Braunschweig

, 23.05.2011

Drei Männer mussten sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Zumindest indirekt sollten der damalige Betriebs-, ein Fachbereichs- und ein Schichtleiter für den Tod des Kollegen verantwortlich sein. Das Gericht stellte die Verfahren jedoch am Ende ein. Im Gegenzug zahlen der inzwischen pensionierte Betriebsleiter und der Chef des Fachbereichs insgesamt 12 800 Euro an die Witwe des Getöteten.

 Grund für die Einstellung: Nach intensiver Verhandlung kam keiner der Beteiligten mehr an der Tatsache vorbei, dass der Arbeiter zumindest eine erhebliche Mitschuld an seinem Tod trägt. Staatsanwalt Heiko Artkämper sprach wörtlich von einer „gewissen Sorglosigkeit“, mit der der Mann an jenem Unglückstag zu Werke gegangen sei.  Das Drama nahm am 15. Januar 2009 um kurz vor 20 Uhr seinen Lauf. Arbeiter hatten damals einen Defekt an einem der Kühltürme bemerkt. Das Behältnis lief offenbar immer weiter voll Wasser. Alle Versuche, Wasser abzulassen, schlugen jedoch fehl. Offenbar waren einige Absperrklappen zum damaligen Zeitpunkt schon länger defekt. Eine Reparatur soll jedoch stets verschoben worden sein - wie es am Montag hieß, auch aus Kostengründen.Stattdessen behalf man sich mit einer Notlösung. Und eben diese wurde dem 49-Jährigen zum Verhängnis.Offenbar auf eigene Faust kletterte der Mann damals in einen engen Gullyschacht, um an einem Ventil zu arbeiten.

Dabei setzte er aber urplötzlich einen solch heftigen Wasserschwall frei, dass der enge Schacht binnen Sekunden geflutet wurde. Der Familienvater hatte keine Chance. Ein Rettungstaucher der Feuerwehr barg den Verunglückten später. Ärzte schafften es zwar noch, den Mann kurzzeitig wiederzubeleben. Er starb jedoch schließlich an einem so genannten Multiorganversagen. 

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