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Kirche macht Kultur

DORTMUND Die Pauluskirche in der Nordstadt kann sich über mangelnden Zuspruch nicht beklagen. Ihre Bänke bekommt sie spielend leicht voll - mit ungewöhnlichen Mitteln.

von Von Katrin Pinetzki

, 15.11.2007

Vergangener Freitag in der Pauluskirche: Knapp 100 Menschen drängen sich auf der Empore der 113 Jahre alten Kirche. Der Film "Zugvögel" steht auf dem Programm, anschließend spielt eine Liveband finnische Tangos. Volle Kirchenbänke - ein inzwischen ganz normales Bild in der Kirche an der Schützenstraße.

Das Gotteshaus hat sich allmählich zur Kulturkirche gewandelt. Was vor drei Jahren mit einem Konzert der US-Independent-Band Nada Surf begann, hat sich zum Nordstadt-Schlager entwickelt. Bis zu sieben Mal im Monat räumen Pfarrer Friedrich Laker und ehrenamtliche Helfer den Altarraum frei, um Platz für Musiker zu machen - vom Violinenquartett über Jazz- und Weltmusiker bis zu Rockbands; auch Theatervorstellungen und Lesungen gab es schon. Im nächsten Jahr sollen Ausstellungen und Kabarett-Abende folgen: Wer sagt, dass in Kirchen nicht gelacht werden darf?

"Über Jahrhunderte waren Kirchen Kulturräume und hatten sogar ein Monopol auf Kultur", sagt Friedrich Laker, "da wollen wir wieder hin. Wir wollen uns für die Alltagskultur öffnen". Der Pfarrer der Lydiagemeinde hat das Presbyterium geschlossen hinter sich. "Klar gab es anfangs Bedenken", sagt er. Wie würden sich die Besucher in der Kirche benehmen? Werden sie respektvoll mit dem Raum umgehen?

Keine einzige schlechte Erfahrung habe es gegeben, resümiert Laker. Dass die abendlichen Konzertbesucher nicht automatisch zu Gottesdienstbesuchern und Gemeindegliedern werden, ist Laker durchaus bewusst. Ihm reicht es vorerst, die Kirche als Wohlfühl-Ort neu erlebbar zu machen. 

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