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Gutachter: Hammer-Schläger voll schuldfähig

Drama im Brückstraßenviertel

Der Prozess um das Hammer-Drama im Brückstraßen-Viertel neigt sich langsam dem Ende zu. Am Donnerstag hatte Psychiater Dr. Reinhold Dannhorn das Wort. Seine Einschätzung könnte für den Angeklagten weitreichende Folgen haben. Der Gutachter attestierte dem 24-Jährigen die volle Schuldfähigkeit.

DORTMUND

von Von Werner von Braunschweig

, 06.05.2011

Folgen die Richter am Ende der Anklage und verurteilen ihn wegen Mordversuchs, muss der Hammer-Schläger mit der ganzen Härte des Gesetzes rechnen.

Dass er am 13. August 2010 einen Nachtschwärmer mit einem Hammerhieb attackiert und schwer verletzt hat, hat der Angeklagte bereits zugegeben. Das Motiv bleibt jedoch schleierhaft. Der Dortmunder beteuert nach wie vor, er habe nach dem Genuss eines Maxi-Drogen-Cocktails im Bett gelegen und verdächtige Geräusche wahrgenommen. Aus Angst um sein Fahrrad sei er auf die Straße getorkelt und habe Abiturient Kevin B. (20), den er für den Unruhestifter hielt, mit einem Hammer angegriffen.

Der Sachverständige hält die Version des 24-Jährigen insgesamt für „nicht nachvollziehbar“. Gegen die vermeintliche Benebelung durch einen Alkohol-Drogen-Exzess sprechen, so Dannhorn, neben intakten Leberwerten vor allem die Szenen, die eine nahe Kamera gefilmt hat. Darauf stürmt der Hammer-Mann gezielt auf sein Opfer zu. „So läuft niemand, der eineinhalb Flaschen Wodka intus hat“, hieß es. Obendrein erklärt der Angeklagte die Attacke auch mit nächtelangen Gewaltspielen am PC. Statt einen Terroristen zu imitieren, versicherte er vor Gericht fast schon stolz, habe er aber stets einen Polizisten gespielt: „Ich war immer ein Guter.“ Begründung: „Die haben die besseren Waffen zur Verfügung.“

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