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Formen und Farbe in Balance

Ein roter Klecks. Ein Kreis. Ein vertikaler schwarzer Strich. Unterbrochene Linien, Schwarz-Schatten. Was soll das?

30.11.2007

Unser Kunstwerk des Monats Dezember lädt dazu ein, einen Schritt zurück zu treten und es in Ruhe wirken zu lassen. Ausgesucht wurde es diesmal von den Ruhr Nachrichten und der Deutschen Arbeitsschutzausstellung (DASA), wo es noch bis zum 3. Februar in der Ausstellung "Atemzeit" zu sehen ist.

Albrecht Demitz heißt der Künstler, der, 1947 in Hannover geboren, in den 1970er, 1980er Jahren in Berlin zu den "Jungen Wilden" gehörte - jener Gruppe, die nach den Jahren des strengen Minimalismus eine expressive, sinnliche, gegenständliche Malerei neu erfand. Heute verbringt der Künstler die meiste Zeit des Jahres in seinem Atelier in Pollenca auf Mallorca.

Dort entstanden in den vergangenen Jahren zunehmend Bilder und Objekte, denen man ihre mediterrane Herkunft ansieht: Es dominieren Weiß, Terrakotta, Rotbraun. Seine Kunst strahlt Ruhe und Ausgeglichenheit aus. Das gilt vor allem für die Objekte, in denen Demitz Fund-Hölzer und Stöckchen verarbeitet und oftmals wie für ein Balance-Experiment übereinander platziert. Es gilt aber auch für seine Bilder wie jenes oben abgebildete, das in diesem Jahr entstand.

Unter den Bildern der aktuellen Ausstellung in der DASA ragt dieses heraus - eben durch die signalrote Farbe. Wie alle anderen trägt es keinen Titel, denn Demitz lässt nicht nur zu, er lädt förmlich dazu ein, sich seinen Reim auf die Farb- und Form-Kompositionen zu machen.

Viel mehr als mit seiner Intention beschäftigt man sich jedoch erst einmal mit der Machart des Bildes. Der Kreis in der Mitte: Ist das nicht der Abdruck einer Dose, vielleicht sogar der Farbdose? An der einen Stelle hat er die Farbe streichend, an einer anderen eher tupfend aufgetragen. Und unten ist sie gar getropft.

Ein Bild in Balance: Organische Formen treffen auf geometrische, offene auf geschlossene, zufällige auf bewusst gesetzte. Sofort glaubt man, was über Demitz' Arbeitsweise bekannt ist: Dass der Künstler parallel an mehreren Bildern gleichzeitig arbeitet, Schicht um Schicht aufträgt, dass seine Bilder langsam wachsen, bis dem Künstler seine Komposition gefällt. Wahrscheinlich macht genau das die Ruhe aus, die von ihnen ausgeht. Katrin Pinetzki

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