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Die Nordstadt als Fernseh-Star

DORTMUND "Rap, Koran und Oma Bonke“ ist der Titel einer dreiteiligen Dokumentation, mit der das ZDF in dieser Woche die Dortmunder Nordstadt porträtiert. Ein halbes Jahr haben fünf Reporter Menschen aus dem Problem-Stadtteil begleitet. Herausgegekommen ist eine Art Doku-Soap zwischen Perspektivlosigkeit und Hoffnung.

von Von Oliver Volmerich

, 07.11.2007
Die Nordstadt als Fernseh-Star

Ilsegret Bonke (2.v.r.), hier auf dem Münsterstraßenfest, ist als Spielplatzpatin in der Dortmunder Nordstadt aktiv.

Die dreiteilige Dokumentation läuft im Rahmen der Schwerpunktwoche „Wohngemeinschaft Deutschland“ - und berichtet entsprechend über das Wohl und Wehe der Integration in einem Multikulti-Stadtteil.

Ein halbes Jahr haben die fünf Autoren Menschen in der Nordstadt intensiv begleitet, gehen den Problemen des sozialen Brennpunkts sprichwörtlich auf den Grund. Natürlich kommen die Autoren dabei nicht um die üblichen Klischees, die der Nordstadt anhängen, herum. Denn viele stimmen leider. Fast jeder dritte Nordstädter ist arbeitslos, das Armuts- und Kriminalitätsniveau ist hoch, das Bildungsniveau niedrig. 

Zeichen der Hoffnung

Doch es gibt auch Hoffnungszeichen. Blicke auf Müllberge und Drogenkranke wechseln sich ab mit der Vorstellung von Menschen wie Ilsegret Bonke. Die 75-Jährige hält als Spielplatzpatin Ordnung in ihrem Viertel, legt sich mit Prostituierten und Junkies an, damit „ihre“ Kinder ohne Angst spielen können. Oder wie Kindergarten-Leiterin Gerda Kraft, die nicht müde wird, Kindern aus einem Dutzend Nationen Deutsch beizubringen. Fatalistisch geht sie mit dem nicht immer gewaltfreien Alltag in ihrer Umgebung um. „Im Norden bedrohen sie dich mit dem Messer, im Süden mit dem Rechtsanwalt. Das Messer ist mir lieber“, stellt sie mit entwaffnender Offenheit fest.

Teil 1 der Doku ist am heutigen Mittwoch (7. 11.) um 22.15 Uhr zu sehen, die weiteren Folgen am Donnerstag (8. 11.) um 22.15 Uhr und am Freitag (9. 11.) um 22.35 Uhr.  Das Quartiersmanagement Nordmarkt lädt in Zusammenarbeit mit der kath. Kirchengemeinde St. Joseph zu einer öffentlichen Vorführung aller drei Teile der Dokumentation ein. Sie findet am Freitag ab 20 Uhr im Gemeindehaus St. Joseph an der Münsterstraße statt. Die ersten beiden Folgen werden dabei als Aufzeichnung gezeigt, der dritte Teil live ab 22.35 Uhr im ZDF. Eingeladen sind auch einige der ZDF-Reporter, mit denen anschließend diskutiert werden kann.

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