Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Bargeld-Affäre: Dealer verurteilt

DORTMUND Auch nach dem ersten Urteil im Zusammenhang mit der „Bargeld-Affäre“ im OB-Amt gibt es mehr Fragen als Antworten. Das Landgericht hat am Freitag den Kokain-Dealer der Hauptbeschuldigten (42) zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.

von Von Martin von Braunschweig

, 09.11.2007
Bargeld-Affäre: Dealer verurteilt

Die Hauptverdächtige der Bargeld-Affäre im OB-Amt finanzierte ihre Kokainsucht mit dem veruntreuten Geld.

Doch wie viel von dem veruntreuten Geld ist tatsächlich an den Drogenlieferanten geflossen? Die Richter legten sich fest: Mehr als der Verkauf von rund 1,8 Kilo Kokain an die Körnerin und damit Einnahmen von rund 110.000 € seien dem Angeklagten nicht sicher nachzuweisen. Die Frau spricht dagegen von ca. 400.000 €, die sie für Drogen ausgegeben haben will. Die wahren Dimensionen sehen jedoch noch ganz anders aus. Jutta Seybusch, Leiterin des Rechnungsprü- fungsamtes, bestätigte als Zeugin noch einmal: „Der Schaden liegt insgesamt bei rund 1,1 Mio.“

Der Verbleib von 700.000 €, die im Zuge der „Bargeld-Affäre“ im OB-Amt veruntreut wurden, wird sich womöglich nie aufklären lassen. Das wurde am Landgericht deutlich. Jutta Seybusch, Leiterin des Rechnungsprüfungsamts, sagte als Zeugin: „Das ist die Lücke, und da haben wir eine schwierige Beweislage.“ Ob es noch weitere Beamte gebe, die sich dreist aus der Stadtkasse bedient hätten, sei „derzeit völlig offen“.

Der seit Mittwoch im Visier der Ermittler stehende weitere Ex-Beamte soll die gegen ihn erhobenen Vorwürfe im Wesentlichen bestreiten. War die Hauptbeschuldigte also doch eine Einzeltäterin, die in ihren Befragungen bisher weniger zugibt als sie tatsächlich zu verantworten hat? „Möglich“, sagte auch der ermittelnde Polizeibeamte als Zeuge. „Es ist aber denkbar, dass es noch weitere Mitarbeiter gab, die betrügerisch Geld erlangt haben.“

In dem Drogen-Prozess spielten diese Fragen bisher nur eine Nebenrolle. Im Verfahren gegen die Hauptbeschuldigte selbst wird das anders sein.

Lesen Sie jetzt