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Alles begann mit dem Stahl

Hörde "Eigentlich sind 135 Jahre ja keine Jahreszahl, um groß zu feiern. Doch es gibt eben nicht viele SPD-Ortsvereine, die so alt sind", sagt Franz-Josef Lawecki, Ortsvereinsvorsitzender Hörde-Nord - also wird ein Fass aufgemacht.

05.11.2007

Alles begann mit dem Stahl

<p>Die alte Thomasbirne und die Genossen. Günter Bauer, Franz-Josef Lawecki und Jan Tech (von links) freuen sich auf die 135-Jahr-Feier. Zu diesem Anlass wird auch eine Festschrift erscheinen. Bauerfeld</p>

Am Samstag (24.11.) in der Adventkirche am Steinkühlerweg. Dann werden die Genossen das Glas erheben und auf diejenigen anstoßen, die die erste Ortsgruppe in Hörde aus der Taufe gehoben haben.

Mitten im Ruhrgebiet, in dem das Herz der Sozialdemokraten so heftig schlägt, wie nirgendwo anders. Stahlstandorte, Arbeitersiedlungen, Gewerkschaften. All das hat die Partei groß gemacht, auch in Hörde. Am 17. September 1872 wurde durch Franz Finger die erste Arbeiterversammlung in Hörde einberufen.

Geburtsstunde

Wo genau, ist heute nicht mehr zu sagen, aber das Treffen war gleichzeitig die Geburtsstunde des ersten sozialdemokratischen Vereins im Stadtbezirk.

Mit dem Stahlstandort Hörde wuchs auch die Zahl der Arbeiter und damit die Zahl der Genossen. Im Jahr 1910 zählte die SPD den Rekordwert von über 9 000 Mitgliedern in Hörde, aufgeteilt in mehrere Ortsvereine.

Auch nach dem Krieg galt Dortmund als die Hauptstadt der SPD. Und die Hörder trugen einen guten Teil dazu bei. Die Mitgliederzahlen schwankten um die 2 000, die Wahlergebnisse erreichten neue Höchstwerte.

Die von der Industrie geprägte Gesellschaft wählte Rot. 1979 zeigten sich die Sozialdemokraten mit dem Programm "Hörde - ein Stadtteil im Wandel" für die Erneuerung des Ortskerns mitverantwortlich. Mit dem Strukturwandel und der Schließung des Stahlwerks Hörde im April 2001 musste auch die SPD umdenken. Zum einen gingen mit dem Stahl auch treue Wähler verloren, zum anderen schlagen sich die Ortsvereine mit der Politikverdrossenheit der jungen Bürger herum.

Überalterte Ortsvereine

"Die Mitgliederzahlen sinken, die Ortsvereine sind überaltert", zieht Günter Bauer, Ortsvereinsvorsitzender Hörde-Nord-Ost, ein nicht sehr ermutigendes Fazit. 1400 Mitglieder zählt die SPD heut noch im Stadtbezirk, 150 davon sind es noch im Ortsverein Hörde Nord. Da, wo vor 135 Jahren alles begann. jöb

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