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Wie Dorsten auf den Geschmack eines Bergbau-Sekts kam

Fürst Leopold

Der „Fürst Leopold Sekt“ von Ralf Honsel erinnert an Dorstens Bergbau-Vergangenheit und ist ein Verkaufsschlager geworden. Davon profitiert jetzt auch der örtliche Bergbauverein.

Dorsten

, 26.11.2018
Wie Dorsten auf den Geschmack eines Bergbau-Sekts kam

Vom Piccolo bis zur Drei-Liter-Magnumflasche gibt es den Fürst-Leopold-Sekt. © Honsel

Die Nähe zum Bergbau hat Ralf Honsel ganz bewusst gewählt. Sein neuer Edeka-Markt eröffnete Ende Januar auf dem Hervester Zechengelände. Die Fassade ist in „Bergbau-Optik“ gehalten, Privatbilder aus Dorstens Bergbau-Vergangenheit zieren den Weg von der Leergutannahme in „Dorstens größten Frischemarkt“, wie Honsel sein viertes Geschäft gerne nennt.

Und dort steht er in einem gut sichtbaren Regal: der „Fürst Leopold Sekt“. Ein Verkaufsschlager, wie Ralf Honsel inzwischen weiß. Und was den Hervester Bergbauverein freut. Denn er profitiert davon, dass die Dorstener das feine Tröpfchen mögen. Einen Scheck über 1087, 60 Euro bekam der Verein jetzt, um „tolle Sachen für Dorsten zu bewerkstelligen“, sagt Ralf Honsel.

Wie Dorsten auf den Geschmack eines Bergbau-Sekts kam

Gerhard Schute, (l.,Vorsitzender des Bergbauvereins), und sein Stellvertreter Jürgen Robbert (r.) freuen sich über die Spende, die Ralf Honsel durch den Verkauf von Fürst-Leopold-Sekt möglich machte. © Ralf Pieper

Schon weit vor der Eröffnung seines Hervester Marktes hatte Honsel die Idee, einen Sekt herstellen zu lassen, der an die alte Zeche Fürst Leopold erinnert und den örtlichen Bergbauverein in seiner einmaligen Arbeit unterstützt. „Das funktioniert aber nur, wenn er nicht zu teuer ist“, sagt Honsel. Einen „Sekt für Milliönäre“ wollte er nicht auf den Markt bringen, das hätte ja auch nicht zum Bergbau gepasst.

Mehr als ein Drittel des Preises sind Steuern

„Bei der kaufmännischen Betrachtung kam erschwerend hinzu, dass selbst die Spende und die Sektsteuer mit Umsatzsteuer belegt sind“, sagt Honsel. „Ein Sekt für 4,99 Euro enthält allein 1,82 Euro Steuern.“ Flasche, Naturkorken, Sonderetikett, Transport und die Spende an den Verein erschwerten die Suche nach einem trinkbaren Inhalt zum vergleichsweise günstigen Preis enorm. „Aber wenn der Chef sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, muss es auch eine Lösung geben“ meint Jakob Schreiner, der seit über zehn Jahren bei Honsel in der Filialleitung der „Trinkgut“-Märkte arbeitet und für den Getränkeeinkauf bei der Firma Honsel zuständig ist.

Sekt-Lieferung kam auf 32 Europaletten

Und so kam es auch. Nach vielen Proben und zähen Verhandlungen hatte Ralf Honsel eine Sektkellerei an der Mosel gefunden. Seine Wahl fiel auf einen Cuvee aus spanischen Aireen- und italienischen Trebiano-Trauben und nicht, „wie bei den meisten billigeren Sektsorten“, auf irgendeinen EU-Verschnitt. „Diese Trauben bieten im fertigen Produkt eine hohe Frucht, die selbst den trockenen Fürst-Leopold-Sekt relativ süß erscheinen lassen.“

Um die Zielmarke von 4,99 Euro zu erreichen, musste der Kaufmann den Sekt in großer Menge produzieren lassen. Und so kamen eines Tages 32 Europaletten Sekt im Lager der Firma Honsel an. „Ich bin ein hohes Risiko gegangen“, sagt Ralf Honsel ein Jahr später. „Wir müssen alle Flaschen verkaufen, aber niemand wusste, ob den Dorstenern der neue Fürst Leopold Sekt überhaupt schmeckt.“

In allen Honsel-Läden die stärkste Sektmarke

Er schmeckt offenbar, denn „in all unseren Läden ist Fürst Leopold unsere stärkste Sektmarke geworden“, sagt Honsel. Vom Piccolo bis zur Drei-Liter-Magnumflasche gibt es ihn, wird bei Hochzeiten und Jubiläen in der Maschinenhalle ausgeschenkt, fand im Sommer laut Honsel reißenden Absatz am Stadtstrand. „Der ein oder andere Gastronom hat ihn mittlerweile im Sortiment“, freut er sich.

Wieviele Flaschen er verkauft hat, sagt Honsel offiziell nicht. Aber weil er zehn Cent je Flasche dem Bergbauverein gespendet hat, ist klar: Der Dorstener Bergbau-Sekt muss in seinen vier Edeka- und zwei Trinkgut-Märkten inzwischen fast 11.000-mal über die Ladentheke gegangen.

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