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Vierjähriger Junge braucht neue Eltern

Perspektive-Haus

Ein vierjähriger Junge sucht eine neue Mama. Denn mit seiner leiblichen hat er gar keine guten Erfahrungen gemacht. Und einen neuen Papa braucht er auch. Weil er seinen leiblichen gar nicht kennt.

DORSTEN

von Von Michael Klein

, 09.12.2011
Vierjähriger Junge braucht neue Eltern

Wenn kleine Kinder aus ihren Ursprungsfamilien herausgenommen werden, dann brauchen sie in der Regel professionell geschulte Pflegeeltern.

Nennen wir den Jungen, der sich so sehnsüchtig neue Eltern wünscht, an dieser Stelle einfach mal Karl. Karl ist vier Jahre alt. Vor einem Jahr kam er mit seiner Mutter und seinen beiden jüngeren Brüdern in die Mutter-Kind-Gruppe des „Perspektive“-Hauses an der Molkerei. Die Mutter aber lehnte Karl und seine Geschwister ab – und ließ ihre Kinder zurück. Die beiden Brüder sind in den vergangenen Monaten in Pflegefamilien vermittelt worden – zurück blieb alleine Karl. „Wir suchen im Auftrag des Jugendamts auch für ihn eine professionelle Pflegefamilie“, sagt Perspektive-Geschäftsführerin Hildegard Overfeld. Also keine Eltern, „die mal eben vor Weihnachten etwas Gutes tun wollen“, sondern solche, „die belastbar sind und pädagogische Qualifikationen mitbringen“.

Denn Karl stellt dadurch, dass ihm seit seiner Geburt kaum emotionale Zuneigung entgegen gebracht wurde, für eine Pflegefamilie ein große Herausforderung. Zwar ist er ein freundlicher Junge, mit Neugierde auf die Welt und „sehr dankbar für Zuwendung und Aufmerksamkeit“, so Hildegard Overfeld. Aber: „Er ist ein introvertierter Junge, der Abstand braucht, der seine Gefühle und Gedanken für sich behält.“

Bewerber können sich an Hildegard Overfeld vom Perspektive-Haus wenden: Tel.: 02362/201224, eMail: overfeld@perspektive-haus.de

„Bindungsgestört“ sei er, so heißt es im Fachjargon, und das äußert sich bei Karl auch darin, dass der Vierjährige sehr eifersüchtig ist und auch mal zu aggressivem Verhalten neigt, wenn er frustriert ist. „Deswegen wäre es gut, wenn die Pflegeeltern möglichst keine Kinder unter sieben Jahren haben“, sagt Hildegard Overfeld.

Mitbringen sollten die Eltern „viel Zeit und ein großes Herz“, dazu Geduld, Konsequenz und gute Nerven, denn es könnte gut sein, dass Karl erst einmal alle Register zieht, um Grenzen auszuloten. Kein ungewöhnliches Verhalten bei Kindern, die verlassen wurden. Hildegard Overfeld: „Viele sind verunsichert, weil sie Angst davor haben, wieder allein gelassen werden.“

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