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Ursula Höntzsch steht Müttern zur Seite

Seit 1987

"Mich hat von Anfang an der Säugling interessiert", sagt Ursula Höntzsch voller Überzeugung. Die 54-Jährige hat den dazu passenden Beruf gefunden: Sie ist beim Gesundheitsamt in Dorsten als Mütterberaterin tätig.

DORSTEN

von Von Iris Schmellenkamp

, 11.05.2011
Ursula Höntzsch steht Müttern zur Seite

Das Wiegen ist eine von Ursula Höntzschs vielen Aufgaben.

Auf dem Papier lautet Höntzschs korrekte Berufsbezeichnung „Sozial-medizinische Assistentin (SMA) im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst“.

Gelernt hat sie Kinderkrankenschwester an einem Bochumer Krankenhaus. Danach hat sie auf verschiedenen Frühchenstationen gearbeitet. „Dann hatte ich Sehnsucht nach gesunden Babys. Ich wollte mehr Leben spüren“, begründet Höntzsch, warum sie sich beruflich umorientierte und im Jahr 1987 ins Gesundheitsamt wechselte. Höntzsch schätzt an ihrem derzeitigem Job vor allem die große Selbstständigkeit: „Ich kann den Finger dahin legen, wo ich meine, ihn hinlegen zu müssen." Vor allem ist sie dafür verantwortlich, die per Gesetz vorgeschriebene Mütterberatung zu übernehmen. Früher war die Beratung überwiegend an feste Termine und Standorte gebunden. Heute ist die 54-Jährige viel unterwegs. „Ich habe mein Aufgabengebiet den Bedürfnissen der Stadt angepasst“, sagt Höntzsch. Das bedeutet: Sie macht Hausbesuche bei Müttern, die ihren Rat suchen, stellt sich auf der Säuglingsstation vor, um direkt nach der Geburt den Müttern zur Seite zu stehen.

„Da ist der Wunsch, ganz viel Gutes für das eigene Kind zu tun, am größten“, begründet Höntzsch. Ihr Ziel ist, das Selbstvertrauen der Mütter in ihre eigenen Fähigkeiten zu stärken. Natürlich gibt sie auch praktische Tipps für den Alltag und untersucht, wie die Kinder sich entwickeln.Eine der größten Herausforderungen sieht sie in der zunehmenden Bindungslosigkeit vieler Kinder: „Es macht mich traurig, dass oft der PC und Fernseher laufen.“ Ein weiteres Standbein von Ursula Höntzsch ist die Sprechstunde an weiterführenden Schulen, die sie etwa einmal pro Monat mit einer Kinderärztin abhält. Sie hat dann ein offenes Ohr für die Belange der 12- bis 14-Jährigen.

Auch in Flüchtlingsheimen ist die gelernte Kinderkrankenschwester aktiv. Außerdem begleitet Ursula Höntzsch die Screening-Untersuchungen an Kindergärten, die ähnlich den Einschulungsuntersuchungen ablaufen. Sie werden zwei Jahre vor der Einschulung unter Vierjährigen durchgeführt. Die Mütterberatung heißt inzwischen übrigens Mütter- und Väterberatung. Allerdings gibt Höntzsch unumwunden zu: „Es kommt selten vor, dass sich ein Vater hierhin verirrt.“

 

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