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Tödlicher Cocktail aus der Luft soll Raupen vernichten

Hubschrauber-Einsatz

Schädlingsbekämpfer David Steuer mischt einen tödlichen Cocktail - den Raupen des Eichenprozessionsspinners verdirbt er den Appetit, wenn sie in ihrem gefräßigsten Stadium sind. Und tötet die Plagegeister auf diese Weise, bevor sie ihre allergieauslösenden Härchen aufstellen.

DORSTEN

von Von Iris Schmellenkamp

, 04.05.2011

Der Eichenprozessionsspinner erobert seit 2007 von Westen her das gesamte Dorstener Stadtgebiet. Seit drei Jahren geht die Stadt deshalb aus der Luft gegen die Plagegeister vor. Dipel ES heißt das Mittel, das mit einem Hubschrauber über den von den Raupen betroffenen Eichenbäumen in Wohngebieten verteilt wird. "Das ist ein Darmbakterium. Es macht nichts im Gewässer und betrifft auch keine anderen Insekten", betont David Steuer von der Duisburger Firma Calmund und Riemer.

Effektiver Einsatz

Das Versprühen aus der Luft sei für die Stadt sehr effektiv, begründet Werner Missal aus der Grünflächenabteilung der Stadt das aufwendige Vorgehen. Der Hubschrauber fliegt in geringer Höhe über die Bäume und vernebelt das Insektizid mithilfe langer Sprüharme am Boden des Hubschraubers. "Der Baum öffnet sich wie eine Tulpe", beschreibt Missal das Prinzip.  

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Kampf dem Eichenprozessionsspinner

Aus der Luft wird die Ausbreitung der Eichenprozessionsspinner-Raupen versucht zu unterbinden.
04.05.2011
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Dicht heran geht es mit dem Hubschrauber an die Baumwipfel.© Foto: Iris Schmellenkamp
Im geht es an den Kragen: David Steuer von der beauftragten Schädlingsbelämpfungsfirma Calmund und Riemer zeigt, wie der gefürchtete Eichenprozessionsspinner aussieht.© Foto: Iris Schmellenkamp
Die Aktion beginnt mit einer kurzen Lagebesprechung.© Foto: Iris Schmellenkamp
Die Sprüharme werden montiert.© Foto: Iris Schmellenkamp
David Steuer mischt das Mittel an.© Foto: Iris Schmellenkamp
Insektizid Marsch!© Foto: Iris Schmellenkamp
Ein letzter Blick auf den Stadtplan.© Foto: Iris Schmellenkamp
Der Hubschrauber fliegt dicht über die Baumkronen hinweg.© Foto: Iris Schmellenkamp
Die zweite Station ist die Hardter Plaggenbahn.© Foto: Iris Schmellenkamp
Schlagworte Dorsten
Die Tröpfchen landen in der Baumkrone, also dort, wo auch die Raupen sitzen. Dadurch ist nur wenig Insektizid nötig. Im letzten Jahr waren es 60 Liter für das gesamte Stadtgebiet. Zusätzlich schickte die Stadt auch in diesem Jahr wieder Trecker durch die Straßen, die das biologische Mittel in die Baumkronen pusteten.Erst mal abwarten Mit der Maßnahme ließe sich der Befall der Eichen nur reduzieren, nicht aber vollständig beseitigen, sagt Missal. Dazu müsse sich entweder der einzige natürliche Feind des Eichenprozessionsspinners, der Kuckuck, stark vermehren oder das Klima sich dauerhaft ändern. Jetzt heißt es erstmal abwarten. In etwa drei Wochen ziehen bei Bedarf noch einmal Trupps der Stadt durch die Straßen und saugen weitere Raupen ab. 

  • Meldungen von betroffenen Bäumen auf städtischem Grund nimmt von nun an die Leitstelle der Feuerwehr unter Tel. 663703 entgegen.
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