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Spannendes Konzert mit Euphoryon

Mozart trifft Heavy Metal

Die Kulturstiftung Schermbeck lud am Sonntag zum Matinéekonzert in die Ehemalige Reformierte Kirche ein: Gäste waren Matthias Hübner aus Rostock (Cello) und Malte Vief aus Brake bei Bremen (Gitarre) mit "konzertantem Rock".

SCHERMBECK

von Von Sabine Bornemann

, 09.05.2011
Spannendes Konzert mit Euphoryon

Das Duo »Euphoryon« war zu Gast in der Ehemaligen Reformierten Kirche.

Das Duo nennt sich „Euphoryon“: Das klingt nach uralter griechischer Mythologie, aber darin steckt auch das Wort „Euphorie“. Für Matthias Hübner eine Verknüpfung von „Alt“ und „Neu“ – und genauso hört sich die Musik an. Beide Musiker haben an der Musikhochschule in Dresden „seriöse“ klassische Musik studiert und sind Preisträger mehrerer nationaler und internationaler Wettbewerbe. „Das traditionelle Studium ist gut, um sein Instrument in allen Facetten zu erlernen, aber irgendwann genügte uns das nicht mehr. Ich suchte einen Gitarristen und Malte suchte einen Cellisten, um genau in dieser Kombination auch solche Elemente zu verarbeiten, die die Klassik so nicht bietet: mehr Aggression, mehr Freiheit“, erzählte Michael Hübner.

Euphoryon spielte ausschließlich Eigenkompositionen. Die sind zwar nicht in Notenschrift fixiert, aber sie haben immer eine festgelegte Grundstruktur, die auch Raum für spontane Improvisationen lässt. Und beide sind Könner auf ihrem Instrument. Fern liegt ihnen aber, eine Virtuosen-Show abzuziehen. Vielmehr geht es ihnen um „den Weg zur Einfachheit“, wie Matthias Hübner es ausdrückte. Cello und Gitarre haben das Image, eher brav und schüchtern zu sein. Aber so wie Hübner und Vief diese Instrumente spielen, rechnet man jeden Moment mit einer Explosion. Dabei ist diese ungewöhnliche Musik wirklich gut zugängig, oft sehr rhythmisch-percussiv und animiert sogar zum Tanzen. Sie klingt nicht immer „schön“, aber sie ist mobilisierend, emotional, überraschend und spannend. Euphoryon verband in einzelnen Stücken Heavy-Metal-Sounds mit klassischen Mozartzitaten, Phrasen aus Rock- und Popsongs und typischen Countryelementen. Beide Musiker präsentierten sich auch als hervorragende Solisten und benutzten ihr Instrument als „Spielwiese“.

So wurde das „brave“ traditionelle Cello gegen ein elektronisches ausgetauscht, was per Fußpedal die rhythmische Wiederholung einmal eingespielter Klänge in verschiedenen Tonhöhen als Begleitung erlaubte. Raffinierte Effekte in Verbindung mit meisterlicher Beherrschung der Instrumente – ein besonderes Muttertagsgeschenk.

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