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Skulptur-Skelett mit Kohle befüllt

DORSTEN Die Kohle-Skulptur am Recklinghäuser Tor wurde am Donnerstag befüllt. Womit? Mit Kohle natürlich.

von Von Michael Klein

, 11.09.2008 / Lesedauer: 2 min
Skulptur-Skelett mit Kohle befüllt

Zwei Kubikmeter Steinkohle beförderten Mitarbeiter der Dorstener Arbeit gestern in das Stahlskelett des Kunstwerks.

Es schon ein gewaltiger Kontrast der Materialien, der der Skulptur des Künstlers Hermann Kassel inne wohnt: Stahl und Kohle und aus einer kreisrunden Öffnung entweichen in spielerischer und poetischer Manier zarte Seifenblasen. „Symbole gleichermaßen für Visionen und zerplatzte Träume“, sagt Hermann Kassel und freut sich schon darauf, dass günstige Winde die schillernden Kugeln in den Stadtkern schicken und den Passanten von der Skulptur künden, ohne dass sie dieser bereits ansichtig geworden sind.

„Es ist Kunst, die die Menschen mit Leichtigkeit abzuholen vermag“, bestätigt Angelika Krumat, Vorsitzende des Kunstvereins Virtuell-Visuell gestern, als die Kohlesäule befüllt wurde. Zwei Kubikmeter Steinkohle, in der Körnung 50 bis 70 Millimeter, handverlesen und -sortiert von den Mitgliedern des Dorstener Bergbauvereins, hatten Mitarbeiter der Dorstener Arbeit seit 7.30 Uhr per Seilzug und Eimer in das Stahlskelett befördert. Anderthalb Tonnen waren es schließlich, die in der vier Meter hohen Gitter-Hülle landeten. „Wird bestimmt ein schwieriger Transport, wenn das Werk anschließend zum endgültigen Standort am ehemaligen Kohlhaus am Kanal verfrachtet wird“, so Hermann Kassel. Bis November bleibt die Skulptur aber im Quader auf dem Europaplatz, quasi als Machbarkeitsstudie für die kommenden Projekte der Kohlenweg-Kunstvereine für das Kulturhauptstadtjahr 2010.

Das, was ihm in Dorsten an Engagement entgegen gebracht worden ist, hat Hermann Kassel überwältigt: „Soviel Unterstützung ist selten.“ Angefangen bei der Stadt über die beteiligten Firmen bis hin zu den fleißigen Mitarbeitern der Dorstener Arbeit. Ganz besonderen Dank zollte Angelika Krumat Rüdiger Tüshaus und Martin Röhling von den Dorstener Drahtwerken: „Sie waren mit viel Herzblut dabei.“ Als gestern auch noch die Seifenblasenmaschine, befüllt mit 100 Litern der Marke Pustefix, ihren Probelauf erfolgreich absolvierte, war endgültig klar, dass Dorsten ein gutes Pflaster für Kunst mit Kohle ist.

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