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RVR baut dem Wild eine Brücke über die A31

Ortstermin

Der Stellv. Betriebsleiter von "Ruhr Grün" des RVR erläuterte bei einem Rundgang mit Bündnis 90/Die Grünen am Samstag, warum eine Grünbrücke fürs Wild an der A31 Sinn macht.

von Von Helmut Scheffler

, 08.05.2011

Samstagmorgen begleitete der stellvertretende Betriebsleiter von „Ruhr Grün“ innerhalb des Regionalverbandes Ruhrgebiet (RVR) eine Besuchergruppe des Schermbecker Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen in die Uefter Mark, um die im Bau befindliche Grün-Brücke für das heimische Wild vorzustellen. Vom Parkplatz an der Tüshausmühle wanderten die Besucher durch das 1700 Hektar umfassende Naturerlebnisgebiet Uefter Mark, eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete im Naturpark Hohe Mark. An der Baustelle der Grün-Brücke erläuterte Klesen die Zielsetzung des Projektes. Es geht darum, wild lebenden Tieren die Möglichkeit einzuräumen, die Autobahn A 31 und die nahe Bundesstraße 224 zu überqueren und dadurch einen Wechsel in Bereiche zu ermöglichen, die bis zum Bau der Verkehrsstraßen eine Einheit bildeten.

In den Jahren 2002 und 2003 gab es zwei Gutachten, die dem RVR die Anlage eines Wildkorridores nahe legten. Gerhard Klesen besichtigte mit einem eigens gegründeten Ausschuss daraufhin ähnliche Projekt in Holland und nahm Kontakt auf mit der „Arbeitsgemeinschaft Lebensraum Rotwild“. Während der Ausstellung „Jagd und Hund“ in der Dortmunder Westfalenhalle knüpfte Klesen am Stand „Wanderwege der Hirsche“ Kontakte zu Personen, von denen er erfuhr, dass die Möglichkeit bestand, aus Mitteln des Konjunkturpaketes II Gelder für den Bau der Grün-Brücke bereitzustellen. Der Standort in der Uefter Mark erwies sich als vorteilhaft, weil der RVR die Grundstücke beiderseits der Brücke besitzt, sodass Unstimmigkeiten zwischen unterschiedlichen Besitzern ausgeschaltet werden konnten. Bereits im Herbst letzten Jahres wurde mit den vorbereitenden Arbeiten im Gelände begonnen, sodass im Frühjahr der Bau starten konnte. 

 Derzeit signalisiert eine Behelfsbrücke den Bereich, in dem künftig das Wild die Autobahn überqueren soll. Die Fundamente für die Brückenpfeiler auf beiden Seiten der Autobahn sind fertig. Die Behelfsbrücke ermöglicht nun die Anlage eines Fundamentes in der Mitte der Autobahn. Wenn alle Pfeiler fertig sind, soll die Brücke komplett betoniert werden. Anschließend soll das Brückenbauwerk mit einer ein Meter dicken Schicht übererdet werden. Dazu wird zunächst eine Schicht Fremdboden herangefahren, die anschließend mit jener Erde überdeckt wird, welche man zu Beginn der Arbeiten an die Seite geräumt hatte. In das aufgebrachte Erdreich sollen Gras, Heide, Sträucher und kleine Bäume aus dem benachbarten Bereich eingepflanzt werden, damit sich der Brückenbereich nicht vom Nachbarbereich unterscheidet. Die Verzögerung der Bauarbeiten beträgt derzeit lediglich acht Tage, sodass Gerhard Klesen davon ausgeht, dass die Grünbrücke bis zum Jahresende fertig wird. Klesen ist überzeugt, dass die Grün-Brücke sofort von dem Wild angenommen wird. Mit Hilfe von Kameras soll im Rahmen eines Bio-Monitorings der Wildwechsel überprüft werden.

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