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Räuber droht jetzt die Abschiebung

20.11.2007

Dorsten Anderthalb Jahre nach einem bewaffneten Raubüberfall auf einen Supermarkt an der Seikenkapelle beschäftigt einer der Verbrecher erneut die Justiz.

Der Mann ist 23 Jahre alt und sitzt für den Überfall zurzeit eine fünfjährige Haftstrafe ab. Dazu hatte ihn das Landgericht Essen Ende 2006 verurteilt. Jetzt droht dem gebürtigen Serben außerdem die Abschiebung - was er verhindern will.

Montag musste sich das Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen mit dem Fall des Dorsteners befassen. Der 23-Jährige hatte die Stadt verklagt, weil sie seinen Antrag auf Erteilung einer Aufenthalts-Erlaubnis nicht sofort stattgegeben hat. Und das, obwohl er doch nach dem Raubüberfall eine deutsche Frau geheiratet habe.

Vor Gericht hatte er am Ende jedoch keine Chance. Die Stadt, so hieß es, könne nicht gezwungen werden, einem Verbrecher Aufenthalt zu gewähren. Vor allem nicht, wenn er eine so lange Haftstrafe absitzen müsse. Es war der 25. März 2006, als der 23-Jährige mit einem Komplizen in den Supermarkt stürmte. Beide waren vermummt und bewaffnet, erbeuteten rund 4500 Euro. Vor dem Verwaltungsgericht sagte der Kläger gestern: "Das hat damals alles mein Komplize gemacht. Ich war nur dabei."

Zumindest die Wachtmeister, die ihn aus dem Bochumer Gefängnis nach Gelsenkirchen gebracht hatten, halten ihn aber wohl immer noch für gefährlich. Der 23-Jährige musste den Weg in den Gerichtssaal mit Fußfesseln zurücklegen, die ihm auch während der Verhandlung nicht abgenommen wurden. Seine Klage auf Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung wurde zwar abgewiesen, geschlagen gibt sich der 23-Jährige trotzdem nicht. Die nächste Klage hat er bereits eingereicht. Damit wendet er sich gegen die inzwischen ausgesprochene Ausweisungs-Verfügung.

Jörn Hartwich

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