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Olaf Weis wird heute die Schalker Fanmassen bändigen

Volunteer bei Königsblau

Schalke 04 hat am Samstagabend in Berlin den DFB-Pokal gewonnen. Der heutige Sonntag wird deshalb für Olaf Weis stressig. Der 47-Jährige darf versuchen, die königsblauen Fanmassen beim Autokorso der Profis durch Gelsenkirchen zu bändigen.

WULFEN-BARKENBERG

von Von Jan Große-Geldermann

, 20.05.2011
Olaf Weis wird heute die Schalker Fanmassen bändigen

Volunteer Olaf Weis vom Wischenstück 23 aus Dorsten-Barkenberg ist auch Samstag für einen evtl. Autokorso durch die Stadt Gelsenkirchen als Freiwilliger Helfer mit von der Party. Seit rund fünf Jahren ist er schon Volunteer bei Schalke 04.

Seit der Fußball-WM 2006 arbeitet Weis als Volunteer auf Schalke. Was fast niedlich klingt, kostet den selbstständigen Finanzfachmann viele Stunden seiner Freizeit. Bei allen Schalker Heimspielen kümmert er sich um das Wohl der Zuschauer. Auch bei Konzerten und allen anderen Veranstaltungen in der Arena ist Weis im Einsatz. Insgesamt rund 250 Stunden im Jahr.

Bei Großereignissen wie der WM 2006 oder den Titelkämpfen der U20-Junioren opferte er drei Wochen Urlaub am Stück, um sich um die organisatorische Feinarbeit zu kümmern. Vom Ticketing, über den Transfer der Spieler zum Flughafen bis zu den Getränken in den Kühlschränken der Hotelzimmer. Geld bekommt der – laut eigener Aussage – fanatische Schalke-Fan dafür nicht. Er würde es aber auch nicht annehmen. „Ich habe unglaublich viel Spaß bei der Arbeit. Das ist ein tolles Ehrenamt“, sagt Weis.

Immerhin: Weil sein Job an den Spieltagen mit dem Anpfiff erledigt ist, kann er sich die Spiele zusammen mit seinem Sohn im Stadion anschauen. Konzerte und Auftritte von Comedy-Stars wie Mario Barth erlebt er gemeinsam mit seinem Volunteer-Kollegen in einer Loge. Annehmlichkeiten, mehr nicht. Als Höhepunkte bezeichnet Weis andere Erlebnisse seiner Zeit als Volunteer: „Die WM 2006 war unglaublich schön. Ich habe tolle, verrückte, einfach einzigartige Menschen kennen lernen dürfen.“

Zuletzt hat ihn die Fahrt als Fanbetreuer nach Mailand beeindruckt. Den Schalker 5:2-Erfolg gegen Inter in der Champions League erlebte er auf der Tribüne des Giuseppe-Meazza-Stadions. „Eine historische Nacht“, schwärmt Weis, der nebenbei auch noch als Schiedsrichter in der Kreisliga unterwegs ist. Was seine Frau zu so viel Umtriebigkeit sagt? „Sie kommt einfach mit“, erzählt Weis. Seitdem sie wegen des Lochs im Arena-Dach aushilfsweise Regencapes verteilt hat, ist sie auch selbst ein begeisterter Volunteer. Obwohl sie zuvor mit Fußball nichts zu tun hatte. „Wir sind einfach ein tolles Team. Die gute Atmosphäre hat sie angesteckt“, erzählt Weis.

Eine Sommerpause kennt er übrigens nicht. Schon am Mittwoch geht er fremd, hilft bei der Logistik des Bundesliga-Relegationsspiels zwischen dem VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach. Ein Tabu gibt es aber selbst für ihn: „Außer bei Länderspielen würde ich nie für den Verein in der Nähe von Lüdenscheid arbeiten.“

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