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...oder fragen Sie Arzt oder Apotheker

Dorsten Immer mehr Bundesbürger versorgen sich mit rezeptfreien Arzneimitteln.

14.11.2007

...oder fragen Sie Arzt oder Apotheker

<p>Hanns-Jürgen Schnurrer hat festgestellt, dass der Beratungsbedarf der Apothekenbesucher zugenommen hat. Sadowski</p>

Den Trend zur Selbstmedikation erkennt auch Hanns-Jürgen Schnurrer von der Bonifatius-Apotheke: "Seit mehr als zwei Jahren gibt es viele Medikamente nicht mehr auf Rezept, da kommen zahlreiche Fragen auf."

Und genau die beantwortet nun der Apotheker. "Die Beratungsintensität hat zugenommen, viele Kunden suchen auch Alternativen zu ihren bisherigen Präparaten, gerade aus dem pflanzlichen Bereich", so Schnurrer weiter. Dabei sieht er aber auch Grenzen. "In einigen Fällen müssen wir den Kunden direkt an den Arzt verweisen. Selbst eine einfache Erkältung kann, über Tage verschleppt, zu einer Entzündung werden. Das ist nicht ungefährlich", warnt der Apotheker.

Fortbildung

Deshalb sei es wichtig, dass sich die Apotheken-Mitarbeiter immer weiter fortbilden. "Es werden auch Testkäufe vom Verband durchgeführt, um etwaige Probleme zu erkennen", so Schnurrer weiter. Skeptisch sieht er den freien Verkauf in Supermärkten. "Da kann sich der Kunde zum Beispiel mit Nahrungsmittel-Ergänzungen eindecken, ohne eine adäquate Beratung zu bekommen", erklärt der Dorstener. "Wenn einer erzählt, dass er seit vier Wochen Durchfall habe, dann muss er aber zum Arzt."

Klare Grenzen

Michael Schmitz, Sprecher des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe in Münster sieht ebenfalls klare Grenzen der Selbstmedikation. Im Kreis Recklinghausen gebe es 180 Apotheken, die 34 000 Kunden pro Tag bedienen. "Die Zahlen der vergangenen Jahre zeigen, dass immer mehr Menschen in die Apotheke gehen, gerade nach der Einführung der Praxisgebühr. Da sparen sich viele die 10 Euro", so Schmitz weiter.

Der Job des Apothekers sei es, den Kunden fachgerecht zu beraten. Gefährlich wird es, wenn der Apotheker keine Chance zu einer Beratung habe. "Viele besitzen zu Hause einen prall gefüllten Arzneimittelschrank und nehmen dann einfach was ein", so der Apothekensprecher. Hier rät er dringend zu einem vorherigen Gespräch mit einem Arzt oder Apotheker.

Volker Mattern, Sprecher der Apotheken im Kreis Recklinghausen sieht einen weiteren Aspekt: "Kunden kaufen heutzutage gezielter, wissen, was sie benötigen. Auch er sieht bei Entzündungen und Fieber klare Grenzen. "Da darf man nichts verschleppen und muss zum Arzt." DM

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