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LKW-Fahrer kommt mit Bewährung davon

Tumult im Gericht

Zwei Jahre Haft auf Bewährung: Unmittelbar nach dem Urteil gegen den Fahrer des Todes-Lasters brach sich am Freitag der Zorn der Hinterbliebenen Bahn. Der 48-jährige Angeklagte wurde beim Verlassen des Essener Landgerichts mit einer Plastik-Wasserflasche beworfen und erlitt dabei offenbar eine Platzwunde.

ESSEN/DORSTEN

von Von Martin von Braunschweig

, 06.05.2011
LKW-Fahrer kommt mit Bewährung davon

Dieses schreckliche Bild bot sich auf der A 31.

Bis zuletzt hatten die Angehörigen der drei Todesopfer darauf gehofft, dass der Angeklagte ins Gefängnis muss.

Doch die Richter stellten in ihrer sehr ausführlichen Urteilsbegründung klar: „Wir dürfen kein emotionales Urteil fällen, wir dürfen kein Racheurteil sprechen.“ In den Augen von Gericht und Staatsanwaltschaft war das, was am Nachmittag des 2. Juli 2010 auf der A 31 bei Dorsten geschah, ein „Augenblicksversagen“. Der Angeklagte habe einen „klassischen Fahrfehler“ begangen, als er mit Tempo 80 auf ein Stauende zuraste und es in den letzten entscheidenden Sekunden nicht schaffte, den Tempomaten seines Lasters auszuschalten. In der Hektik trat der 48-Jährige dann auch noch das falsche Pedal: Gas statt Bremse. Für die drei Insassen eines VW Golf kam jede Hilfe zu spät. „Sie hatten keine Chance, diesen Unfall zu überleben“, sagte der Vorsitzende Richter. Der LKW erwischte das Heck des Autos mit Tempo 80 und drückte das Fahrzeug bis fast zur B-Säule zusammen. Das Fazit der Richter: „Wenn die Männer nicht schon unmittelbar beim Aufprall starben, dann jedenfalls wenige Sekunden später, als das Auto in Flammen aufging.“

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