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Kämmerer hat keine Millionen "verzockt"

Rückendeckung durch Fraktionen

Als "Zocker" wurde er in einem Internet-Portal bezeichnet. Da tat es Kämmerer Hubert Große-Ruiken am Mittwochabend (28.1.) gut, im Haupt- und Finanzausschuss Rückendeckung von allen Fraktionen zu bekommen.

Dorsten

, 30.01.2015 / Lesedauer: 3 min

"Hier ist nichts verheimlicht worden, wir hatten immer einen offenen Umgang." Und vor allem hat letztlich die Politik vor mehr als einem Jahrzehnt auf Empfehlung der Kämmerei entschieden, Kredite bei Schweizer Banken aufzunehmen. Bürgermeister Tobias Stockhoff, der damals noch nicht im Stadtrat war, räumte ein: "Mit dem Wissen von damals hätte ich genauso entschieden." Es konnte ja keiner ahnen, dass die Europäische Zentralbank im Jahre 2015 die Euro-Zone mit Geld überflutet, die Schweizer Banken ihre Kopplung von der Gemeinschaftswährung aufgeben und der Franken plötzlich wieder deutlich teurer ist.

Sanierungen

Große-Ruiken erklärte am Mittwoch nochmals die Entscheidung, zwischen 2001 und 2005 neun Kredite unterschiedlicher Höhe und mit unterschiedlichen Laufzeiten aufgenommen zu haben. Er hatte sich dazu vor gut zwei Wochen schon auf Anfrage der Dorstener Zeitung wie folgt geäußert: stabile Währung, deutliche geringere Zinsen - alles sprach damals für die Schweiz. Die folgenden Jahre gaben ihm nach eigener Aussage Recht: "Wir haben auf diese Weise rund zehn Millionen Euro gespart." Was das bedeutet, verdeutlichte der Bürgermeister an einem Beispiel: "Wir hätten die Sanierung des Gemeinschaftshauses Wulfen und des Hallenbades sicherlich nicht bezahlen können."

Sachlich und emotionslos

Und nun ist  sich Große-Ruiken mit den Politikern einig, "sachlich und emotionslos zu entscheiden" (Bernd Schwane, CDU), wie es weitergeht, wenn Kredite fällig werden. Zum ersten Mal ist das im Mai der Fall. Der Kämmerer hat positive Signale des Kreditgebers bekommen, zu guten Konditionen verlängern zu können. Ob die Politik damit einverstanden ist, wird sich noch zeigen und hängt von der weiteren Entwicklung in den nächsten Monaten ab.

Weniger Zinsen

Viel wichtiger sind aus seiner Sicht aber zwei andere Dinge: Die Stadt muss in nächster Zeit auf keinen Fall einen hohen zweistelligen Millionenbetrag zurückzahlen. Und: Weil im Euro-Raum die Zinsen derzeit so unglaublich niedrig sind, wird Dorsten trotz der Kurs-Entwicklung des Schweizer Franken in diesem Jahr weniger Zinsen zahlen müssen als veranschlagt.Stefan Diebäcker

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