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Kabarettist Robert Griess holte zum politischen Rundumschlag aus

DORSTEN Am Freitagabend holte der Kabarettist Robert Griess zum Rundumschlag auf die deutsche Gesellschaft, Politik, Bildung und Kultur aus. In der voll besetzten Petrinum-Aula lösten seine zynischen Analysen und treffsicheren Pointen im Publikum eine Lachsalve nach der anderen aus.

von Von Ralf Pieper

, 29.03.2009
Kabarettist Robert Griess holte zum politischen Rundumschlag aus

Robert Griess auf der Bühne in Aktion.

Intellektuelle Höhenflüge und übelste Schoten wechselten sich in seinem aktuellen Soloprogramm „Geht's noch?“ ab. Ein Land, dessen Reproduktionsquote im internationalen Vergleich auf Platz 190 liegt und nur noch vom Vatikan unterboten wird, muss handeln. Investitionen in die Zukunft sind angesagt - sprich in den Nachwuchs, der laut Griess definitiv Mamas Baby sein wird, aber aus Mangel an gerichtlich verwertbaren Beweisen eventuell immer Papas „May be“ bleiben könnte. Zum Glück gibt es Männer wie Robert Griess, die sich weder von Kosten noch vom Freizeitverlust abschrecken lassen und für Nachwuchs sorgen. So findet er sich mit zwei Seelenverwandten, Stapper und Schober, auf der Parkbank beim Kinderhüten wieder und diskutiert mit ihnen über den Zustand der Nation. Unterhaltsam spielt Griess sich selbst, schlüpft dann in die Rolle des „echten deutschen Asi-Adels“ Stabber und bildet dann wieder als linker Geisteswissenschaftler Schober den Gegenpart. Es geht um seine Heimatstadt Köln („Schwul in New York kann jeder, aber Hetero in Köln ist eine echte Herausforderung“), um Philosophie („Feng Shui ist die Kunst, alles was im Leben schief läuft auf falsch stehende Möbel zu schieben“) und um das Miteinander („Jeder von uns hat mit so vielen Arschlöchern zu tun, wir sollten Proktologen werden, die werden wenigstens dafür bezahlt“).

Tagesaktuelles nimmt Robert Griess immer wieder aufs Korn: „Experten erklären die Finanzkrise so lange, bis sie keiner mehr versteht.“ Oder er lädt das Publikum zu einem „Absacker in die Kölner Südstadt“ ein. Das Feuerwerk an Boshaftigkeiten führte zu Lachkrämpfen im Publikum, und wenn ein Gag nicht sofort ankam, half Griess nach: „Der Groschen ist kein Sturzkampfbomber“. Die Gäste wurden zwei Stunden lang mit feinstem Polit-Kabarett bestens unterhalten. Andersdenker Griess gab auch noch Tipps mit auf den Nachhauseweg, wie man sein Leben ausgeglichener gestaltet: „Wenn dir ein Vogel aufs Hemd kackt, sei nicht wütend, sondern freu dich, dass Kühe nicht fliegen können.“

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