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Jüdische Opfer werden zu Tätern gemacht

07.11.2007

Jüdische Opfer werden zu Tätern gemacht

<p>Dr. Klaus Holz: "Die Täter- Opfer-Umkehr funktioniert."</p> <p>Klapsing-Reich</p>

Dorsten Zweieinhalb Stunden für 58 Kilometer - nervende Autobahnstaus bringen selbst den Terminplan des allerpünktlichen Referenten durcheinander, und so stürzte auch Dr. Klaus Holz am Dienstagabend mit viertelstündiger Verspätung ins Jüdische Museum: "Das ist mir noch nie passiert", entschuldigte sich der Dortmunder bei den wenigen Zuhörern, die geduldig ausgeharrt hatten, um von dem Leiter des Evangelischen Studienwerks Villigst etwas über "Die Gegenwart des Antisemitismus" zu erfahren.

Titel erschreckt

"Ein Titel, der erschrecken muss", stellte Sr. Johanna Eichmann den Referenten als Autor verschiedener Veröffentlichungen über Rassismus und Antisemitismus vor.

"1992 habe ich zum ersten Mal einen Vortrag über die Gegenwart des Antisemitismus gehalten. Seitdem ist die Entwicklung nicht positiv verlaufen", konstatierte Dr. Holz eine Wiederbelebung antisemitischer Einstellungen in Europa wie im arabischen Raum. "Die gegenwärtige dominierende Gestalt des Antisemitismus ist ein antisemitischer Antizionismus, der die Shoa relativiert", bringt Dr. Holz seine These auf den Punkt. Jeder Antisemitismus, besonders in Deutschland, stünde in dem Problem, das Gedenken an Auschwitz loszuwerden und dafür bediene man sich unter Bezug auf Israel und den Nahostkonflikt gerne der "Täter-Oper-Umkehr" in dem Sinne: "Heute machen die Israelis doch das gleiche, was die Nazis damals gemacht haben!"

Gemeinsamkeiten

Dr. Holz? Charakterisierung der verschiedenen Antisemitismus-Formen forderte den Zuhörern höchste Konzentration ab. Er arbeitete ein weites Spektrum an Gemeinsamkeiten des islamischen und europäischen Antisemitismus heraus. Als wichtige Quelle zitierte er dafür aus der Charta der Hammas, die das Judentum als weltumspannende, verschwörerische Macht diffamiert, die die Identität aller Völker zersetzen wolle.

"Ob deutsche Nationalisten, palästinensische Extremisten oder französische Rassisten - alle können sich über die Frage der Judenfeindschaft verständigen", resümiert Dr. Holz.

Ein Ergebnis, das Angst macht. sing

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