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Hommage an die tom Rings

05.11.2007

Hommage an die tom Rings

<p>Sabine Scho (l.) und Dr. Susanne Schulte tauschten sich intensiv aus und lieferten den Zuhörern eine Fülle von Anregungen. Sadowski</p>

Raesfeld Das "BildGeheimnis tom Ring" entlockte die Lyrikerin Sabine Scho am Samstagabend den Gemälden der bekannten Münsteraner Malerfamilie. Im Auftrag der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit e.V. verfasste die gebürtige Ochtruperin eine lyrische Hommage an Vater und Brüder tom Ring.

Die Malerfamilie gelangte in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts auch über Westfalen hinaus zu beachtlicher Berühmtheit. Vor allem wegen ihrer Porträts, die sie von ihren Auftraggebern anfertigte. Der einführende Film von Wolfgang Poepelau gab den Besuchern des Informationszentrums im Tiergarten von Schloss Raesfeld Einblicke in das Leben der Künstlerfamilie.

Wertvoller Beitrag

Der Veranstaltungsort hätte nicht passender sein können, lieferten doch gerade die Natur- und Tierbilder der Brüder Ludger und Hermann vom kunsthistorischen Standpunkt aus einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung der Renaissancemalerei. Ludger tom Ring der Jüngere zeigte in seinem Bild "Drei Pfauen" (1566) als einer der ersten Maler seiner Zeit Tiere in ihrer natürlichen Umgebung. Das Problem der Übertragbarkeit beschäftigte auch Sabine Scho in ihren Gedichten. Sie wählte den freien Versfluss, um sich ihrem Sujet durch die eigene Bildsprache wieder zu nähern. Aber auch andere Bilder der tom Rings dienten Scho als Inspiration. Da war zum Beispiel Hermann tom Ring 1590 erstellte Zeichnung von Burg Raesfeld. Ihre Entdeckung vor wenigen Jahren war Anlass für den Kulturkreis Schloss Raesfeld, sich an der GWK-Veranstaltungsreihe zu beteiligen.

Oder die Zeichnung "Noah und seine Familie besteigen die Arche". Schos lyrische Übersetzung der Szene baute den dargestellten Figuren eine Brücke in die Gegenwart und verlieh ihnen eine eigene, westfälisch-bodenständige Stimme.

Derbheit der Figuren

Im anschließenden Gespräch mit der Geschäftsführerin der GWK, Dr. Susanne Schulte, verwies Scho auf den comichaften Charakter der Zeichnung, der mit seiner Derbheit die Figuren menschlicher werden ließ.

Scho ist eine Weltenbummlerin. Zurzeit lebt sie in Sao Paolo, wo sie auch ihre Auftragsarbeit für die GWK schrieb. Behilflich waren ihr dabei die Erfahrungen aus ihrer Studienzeit in Münster. Dort hatte sie ein Semester lang im Westfälischen Landesmuseum als Aufsicht gearbeitet - in der Renaissance-Abteilung - bei den Werken der tom Rings. EK

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