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Großer Sohn Dorstens wird zu Grabe getragen

Zum Tod von Manfred Ludes

In jeder Epoche gibt es eine Galerie von Persönlichkeiten, die ihre Stadt geprägt haben und die deshalb auch nachfolgenden Generationen im Gedächtnis bleiben. Im 20. Jahrhundert zählte unbestritten Manfred Ludes zu den großen Söhnen Dorstens – viele markante Bauwerke werden daran dauerhaft erinnern.

DORSTEN

von Von Klaus-Dieter Krause

, 14.10.2011
Großer Sohn Dorstens wird zu Grabe getragen

Manfred Ludes bei der Verleihung des Kulturpreises der Stadt mit seinem langjährigen Wegbegleiter und Freund Prof. Dr. Heinz Dohmen.

Der namhafte Architekt starb im Alter von 82 Jahren nach langer Krankheit am 7. Oktober. Heute wird er in Holsterhausen beigesetzt, die Trauerfeier beginnt um 11 Uhr in der St. Antonius-Kirche. Ludes hinterlässt Frau und vier Kinder. Zurück bleiben aber auch zahlreiche Zeugnisse eines jahrzehntelangen, erfolgreichen beruflichen Schaffens. Dass es derart viele und darunter zahlreiche herausragende Projekte sein würden, hätte sich der Architekt wohl selbst nicht träumen lassen, als er 1954 ein Kinderzimmer in sein Planungsbüro verwandelte und sich selbstständig machte.

„Professor Manfred Ludes war ein besonders angesehener Architekt, der seine kreative Begabung in Bauprojekte und Planungsleistungen, Forschungsprojekte und wissenschaftliche Veröffentlichungen eingebracht hat“, würdigt Bürgermeister Lambert Lütkenhorst in seinem Kondolenzschreiben eine außerordentliche Lebensleistung, „wir Dorstener sind von seinen Werken umgeben. Sie machen große Teile des visuellen Bildes unserer Stadt aus.“ Darüber hinaus habe Ludes mit außergewöhnlichem Einfühlungsvermögen auch an anderen Standorten in Deutschland die jeweilige städtebauliche Situation durch eine Vielzahl baukünstlerisch qualitätsvoller Profan- und Sakralbauten ergänzt.

Insgesamt 36 Gotteshäuser zeugen davon, welch glänzenden Ruf Ludes als Spezialist dieser Architektur-Sparte genoss. Und auch in der Gesundheitsbranche war er weithin bekannt, wie zahlreiche Auszeichnungen, Forschungs- und Lehraufträge dokumentieren. Ein Meisterstück des Klinik-Baus trug ihm zudem besondere Anerkennung ein, weil Ludes damit zeigte, dass er auch die schwere Kunst des sparsamen Wirtschaftens beherrscht: Dass er mit dem Modellprojekt St.-Elisabeth-Krankenhaus um mehrere Millionen unter der ursprünglichen Kalkulation blieb, machte ihn zu einer rühmlichen Ausnahme der Baubranche.

Das Multi-Talent auf nur zwei Bereiche einzuengen, wäre jedoch zu kurz gegriffen. Petrinum, Kultur- und Bildungszentrum Maria Lindenhof und die St.-Ursula-Realschule sind nur drei Beispiele dafür, dass Ludes sein gesamtes berufliches Spektrum beherrschte. Dies unterstreichen auch seine Mitarbeit beim Entwurf der Barkenberger Finnstadt und die Federführung bei der Sanierung der Hervester Zechensiedlung. Und dass der Dorstener ein Meister seines Fachs war, belegt noch ein weiterer Umstand: Denn dass gleich zwei Ludes-Söhne heute florierende Architektur-Büros in Recklinghausen und Berlin betreiben, spricht auch für den Vater. Der Bürgermeister spricht noch eine weitere Facette einer vielseitigen Persönlichkeit an: „Manfred Ludes war ein Mensch, der durch sein Schaffen, Wirken und Fördern im Bereich der Kultur, in derbildenden oder darstellenden Kunst, in Literatur, Musik und Design in besonderer Weise dazu beigetragen hat, das Ansehen der Stadt Dorsten hervorzuheben.“ Die Jury hätte keine bessere Wahl treffen können, als sie vor zwei Jahren Ludes als ersten Träger des Dorstener Kunstpreises auszeichnete.

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