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Getreide wie in alten Zeiten gedroschen

GAHLEN Auf dem Gelände der Familie Jansen in Besten veranstalteten die zum Gahlener Heimatverein gehörenden "Landtechnikfreunde Gahlen" am Samstag ein Dreschfest.

von Von Helmut Scheffler

, 01.09.2008

Die beim Drusch verwendete Triticale hatten die Landtechnikfreunde Ludger Jansen, Georg Jansen, Sven Nuycken, André Nuycken, Egon Dickmann und Holger Hemmert bereits Ende Juli geerntet und sich einen der wärmsten Augusttage für die Vorführung des historischen Dreschvorgangs ausgesucht.

Ein 18 PS starker Schlüter-Traktor aus dem Jahre 1956 trieb über einen Flachriemen den Dreschkasten "Dechentreiter" an. Die Garben wurden mit der "Grepe" (Forke) angereicht. Nach dem Aufschneiden des Pressengarns konnte das Getreide über den Einlegetisch der Dreschtrommel zugeführt werden.   Die von mehreren Sieben gereinigten Körner gelangten zur Absackungsanlage am hinteren Ende des Dreschkastens. "Das kriegt keine moderne Dreschmaschine hin", staunte Anton Steinkamp über die Sauberkeit des Getreidekörner. Das Stroh gelangte über Schüttler zur Claas-Bu-Bi-Presse, wo es zu handlichen Quadern geformt wurde. Kinder halfen beim Verladen der Strohquader auf einem benachbarten Wagen. Solche Dreschkästen waren bis in die 1960er-Jahre in Gahlen im Einsatz.Historische Gerätschaften besichtigt

Beim Dreschfest konnten zahlreiche historische Gerätschaften besichtigt werden. Der Mähdrescher "Claas Europa" aus dem Jahre 1963 war einer der ersten mit einem Korntank, der die bis dahin übliche Absackung ablöste. Zum Gerätebestand der Landtechnikfreunde Gahlen gehört auch der "Bautz"-Selbstbinder. Ein solcher Selbstbinder wurde früher von einem Traktor mit Zapfwellengetriebe übers Feld gezogen. Ein Flügelrad sorgte dafür, dass die mit einem horizontalen Schneidwerk abgemähten Getreidehalme in rechter Weise auf das Plattformtuch fielen, von wo aus sie zwischen den beiden Elevatortüchern zum Knüpfer gelangten.Schallgedämpfte Fahrerkabine

Beim Rundgang konnten zahlreiche Traktoren besichtigt werden. Holger Hemmerts Traktor "Eicher" aus dem Jahre 1951 wurde ebenso bestaunt wie ein 85 PS starker "Schlüter Compact 850 V" aus dem Jahre 1975 mit einer schallgedämpften Fahrerkabine. Josef Steinmann vom Trecker-Veteranen-Club Kirchhellen-Gladbeck brachte einen Traktor "Mercedes MB trac 800" nach Besten. Der Traktor besaß einen dritten Anbauraum hinter der Fahrerkabine. Der Gladbecker Hermann Sporkmann hatte seinen "Güldner G 30" aus dem Jahre 1964 gründlich gewienert. Neben Hans Hagemanns Unimog aus dem Jahre 1957 mit einem geschlossenen Fahrerhaus und den typischen Froschaugenluken stand der Unimog des Dammers Jürgen Ulrich in offener Ausführung.

Das Damenteam der Landtechnikfreunde sorgte für die Bewirtung der Gäste, denen schon bald klar wurde, dass man Korn auch in flüssiger Form "einfahren" kann.